Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 52 (sequence 54)
- Belongs to
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51 von diesen Aeußerungen — wenn auch vielleicht in variierter Form — dazu beitragen können, unsere eigene Weltanschauung zu klären und zu vertiefen. So wer den wir auf die eins chlägigen Stellen im Hamb am ausführlich eingehen, wenn wir jetzt darzulegen versuchen, welche Bedeutung die religiöse Erkenntnis für den jüdischen Mensehen hat. Zunächst einige wichtige Rambam-Stellen im Wortlaut: 1. Zu Beginn des 2. Perek der ה׳ יסודי התורה (Hai. 2) heißt es: והיאך היא הדרך לאהבתו ויראתו. בשעה שיתבונן האדם במעשיו וברואיו הנפלאים הגדולים ויראה מהם חכמתו שאין לה ערך ולא קץ מיד הוא אוהב ומשבח ומפאר ומתאוה תאוה גדולה לידע השם הגדול ... . ״Auf welchem Weg gelangt der Mensch zu^ אהבת und 2?יראתה׳ Betrachtet er die Werke und Schöpfungen Gottes, versenkt er sich geistig in sie, so erkennt er das Unvergleichliche und Unendliche seiner Weisheit. Sofort liebt er ihn, lobt ihn, verheerlicht ihn und hat sehnsüchtiges Verlangen, sein großes Wesen zu erkennen . . Sehr eindringlich wird hier der Mensch auf die religiöse Bedeutung des (geistigen) Verstehens der göttlichen Welt hingewiesen. Dies entspricht durchaus der Gedankenwelt des T’nach, die an sehr vielen Stellen den Blick und den Geist des Menschen auf die Schönheit, Harmonie und Gewalt der Schöpfung hinlenkt. Der Gegenstand dieses Nachdenkens sind also מעשיו וברואיו. Aber das Wesentlichste vermissen wir in diesem Zusammenhang: das Religionsgesetz. Würde uns daher nur diese Rainbam- Stelle zur Verfügung stehen, so ergäbe sich als seine Meinung, die Gebote der Thora lägen jenseits aller (rationeller) Ueberlegungen. Dies wäre eine sehr wichtige Feststellung. Sie läßt sich aber nicht aufrecht erhalten, da sie im Widerspruch mit zahlreichen anderen Stellen, insbesondere mit seiner allgemeinen Weltanschauung steht. Es bedarf aber der Erklärung, warum er nun tatsächlich hier von dem geistigen Erfassen der Geb o t e, auf das er sonst so großen Wert legt, nicht spricht. 2) Ueber die Bedeutung der יראה später.