Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 51 (sequence 53)
- Belongs to
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Sache bewußt bleiben, daß alles nur analog zu betrachten ist, und vor allem den Gesichtspunkt im Auge behalten, daß unsere *Welt nur ein Teil der Welt überhaupt ist, so verliert der Gedanke der äußeren Offenbarung, das Wort אתה הראת לדעת (Deut. 4, 35) in der Hophal-Form, das für manchen Befremdende. Auf eine weitere Erörterung dieser Frage sei hier verzichtet. Was den Inhalt der Offenbarung, die Gesetze, angeht, so läßt sich auch für das Verständnis wenigstens eines Teils derselben mit Hilfe der Analogie-Betrachtung ein Zugang leichter gewinnen. Doch soll auch hierauf im Rahmen dieses Aufsatzes nicht weiter eingegangen werden. Die Fruchtbarkeit der Methode ist an einer Reihe von Beispielen dargelegt. Möge sie dem Zweck dieser Ausführungen, dem Chisuk Emunoh, dienlich sein. Die religiöfe Erkenntnis. 1 Von Rabbiner Dr. Ehrentreu, München. Welche Bedeutung der Erkenntnis im religiösen Leben zukommt, ist eine sehr entscheidende Frage der Weltanschauung. Sie gewinnt erhöhte Bedeutung durch den Hinweis, daß das Vernunftmäßige in einem Gegensatz zu dem Gefühlsmäßigen stehe und daß dieses sich doch im Bereiche des Religiösen imgehemmt auswirken müsse. Rambam hat das Problem der Erkenntnis an zahlreichen, zerstreuten Stellen seiner Werke behandelt. Sie scheinen sich allerdings in manchem zu widersprechen. Rambams Auffassung wird im allgemeinen — er selbst sagt es wiederholt dem Wortlaute nach — in dem Sinne wiedergegeben, daß die Erkenntnis Gottes das höchste Gut und das letzte Ziel des Menschen sei (הטובה והתכלית האחרון). Wenn auch Rambam mit seiner rationalistischen Einstellung, wie sie in dieser Anschauung und vor allem auch in seiner Begründung der Gebote zum Ausdruck kommt, im jüdischen Volk nicht durchgedrungen ist, so sind wir es doch seiner überragenden Persönlichkeit schuldig, seine Anschauungen auch auf diesem Gebiet immer wieder zu überprüfen, um festzustellen, welche *) Siehe auch Nachalath Zwi VII 4/5/6 (S. 147—151).