Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 50 (sequence 52)
- Belongs to
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50 stände des Denkens nach und nach abgeleitet. Für drei Dirnensionen besitzen wir eine Anschauung. Die Fähigkeit zum Anschauen einer höheren Dimension ist hei uns in ein Denken verwandelt. Diese Verwandlung war nicht immer vorhanden. Sie war die Folge der Sünde des ersten Menschen. Vor der Sünde konnte er die ganze Welt überschauen. Dann legte Gott seine Hand auf ihn. (Sanh. 38 b). (Dürfen wir annehmen, daß mit dem Blick in jene Dimension auch die Körperform aus jener Dimension gebannt wurde?) Dies Schauen wird Propheten in höherem oder geringerem Grade wiedergegeben. Spricht der Ruach Hakaudesch aus ihm, so bezeichnet er Lebensformen, die wir nur mit Hilfe von Begriffen fassen können, mit anschaulichen Ausdrücken, Begriffliches erscheint als Substantielles. Wir pflegen z. B. Engel als Mächte zu bezeichnen; wir setzen also einen mehr gefühlsmäßig erfaßten Ausdruck an Stelle des anschaulichen eines handelnden Wesens. Wenn wir den anschaulichen Ausdruck: Thron des Gerichts und Thron des Erbarmens hören, verbinden wir damit lediglich die Idee der riehtenden bzw. liebevollen Waltung Gottes. Dasselbe gilt für Begriffe wie Himmel, die Himmelsleiter usf. Nicht die Sprache der Anschauung ist naiv, eine niedere Stufe des Behandelns höherer Welten, sondern wir Menschen sind gesunken, daß wir diese Sprache nicht mehr in ihrer Anschaulichkeit erfassen können. Der Weg zur Gewinnung dieser Fähigkeit zum ״Schauen“ ist daher nur auf der Umkehrung des Weges zu gewinnen, durch den sie verloren ging. Durch Sünde ging sie verloren. Durch Ab- Wendung von der Sünde wird sie weder gewonnen. Auf diesem Wege wird daher auch das tiefste Verständnis für die b 5.ruach hakaudesch geschriebenen Schriften gewonnen. Nicht der Intellekt allein kann hier helfen. Die erste Vorbedingung ist: Sündenreinheit. Je sündenreiner der Mensch, um so offener ist seine Seele gegenüber den Offenbarungen einer reinen Welt. So wird also eine Reihe von Erscheinungen und Lehren für mis begreiflicher, wenn wir die besagte Analogie heranziehen und die Folgerungen aus ihr ziehen. Schließlich sei noch auf die Wahrheit hingewiesen, die den Kernpunkt der Emunoh und daher den Gegenstand des Angriffs bildet: Die äußere Offenbarung. Je mehr wir Gott selbst in die Betrachtung heranziehen, um so zurückhaltender müssen wir mit der bildlichen Parallele sein. Aber wenn wir uns der Tat-