Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 49 (sequence 51)
- Belongs to
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49 hung zur höheren Dimension gestiftet werden müssen; eine In־ anspruchnahme, die nicht notwendig ist. Die Beispiele ließen sich beliebig vermehren. Doch soll nur noch die Schöpfung des Lebendigen erörtert werden. Schon bei der Mehrung des Oels findet ja in dem toten Oel eine Zunähme statt, die sich sonst nur in der lebendigen Pflanze vollzieht. Der Lebensprozeß der Oelbildung ist hier in eine ״höhere‘4 Dimension hinein verlegt, die ihre Wirkung in der dreidimensionalen Welt zeigt. Die Schöpfung des Lebendigen erfolgt nach den Worten der Heiligen Schrift durch Hineinströmen des Lebens vom Quell alles Lebens her. Das Wort des Psalmisten (66,9) ״ השם נפשנו בחייםder unsere Seele ins Leben setzte44, spricht sehr anschaulich den Zusammenhang der Seele mit der Allbelebtheit aus. Hier zeigt sich sehr deutlich der Unterschied der Denkweise heiligen Schrifttums und der menschlichen Denkweise. Wir fas־ een Begriffe wie Seele, Leben als Vemunftbegriffe auf. Wir sagen: Unter Seele verstehen wir den funktionellen Zusammen־ hang aller nichtkörperlichen Vorgänge. Leben ist für uns ein zusammenfassender Ausdruck für dies Lebensäußerungen. Der Zusammenhang wird nach der üblichen Denkweise der Philo־ Sophie vom Menschen gestiftet. Es ist seine Art, das Ganze als Einheit zu sehen. Eine ursprünglich vorhandene Substanz, die an sich existiert, findet in der kritischen Philosophie keinen Ein־ gang. Demgegenüber treten uns in den heiligen Schriften diese Worte nicht als ״Begriffe44 sondern als Wesen entgegen. Diese müssen eine Existenz auch unabhängig vom Menschen besitzen. Es kommt ihnen somit ein Charakter zu, den wir substantiell nennen wollen, der also ein Sein, ein Dasein besitzt. So wird der Gedanke der Lokalisierung dieses Daseienden nahegelegt; es muß ein ״Raum44 da sein, den das Seiende erfüllt. Es wird also eine andere Art Raum als unserer, aber ein ״Raum44 postu־ liert. Das von uns nur im Denken Erfaßte wird von dem mit heiligem Geist erfüllten Schreiber anschaulich erfaßt. Was sich also aus einer höheren Dimension heraus mit uns verbindet, wird von uns in geistiger bzw. seelischer Form begriffen. Hier liegt der Punkt, in dem der Transformationsprozeß vom Anzu־ schauenden in Gedachtes off enbar wird. Während die Anschauung die Gegenstände der Anschauung in sich faßt, faßt der Begriff die zugehörigen Vorstellungen unter sich. Die Gegenstände der Anschauung werden mit einem Blick überschaut, die Gegen־