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Nahalat tsevi · 1937-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1937) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VIII (5698) 1937/38
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 46 (sequence 48)
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46 annehmen, daß uns die dritte Dimension gekrümmt erscheint. Wir müßten also auch statt des Menschen ein zwar dreidimensional, aber bezüglich des geraden Verlaufs der Dimensionen anders anschauendes Wesen annehmen. Doch sollen unsere Betrachtungen ja gerade der Art, wie wir Menschen anschauen, entgegenkommen. Die philosophischen Schwierigkeiten sollen behoben, aber nicht durch mathematische ersetzt werden. Darum bleiben wir bei der Vorstellung, daß der Betrachter der gekrümmten Fläche eine dreidimensionale Raumanschauung wie ein Mensch besitzt. Dann bleibt doch der fundamentale Unterschied zwischen den Schattenwesen und uns bestehen, daß sie nämlich eine dritte Dimension, ja sogar die Krümmung einer Fläche sich nicht vorzustellen vermögen. Sie unterscheiden zwisehen vorne und hinten, zwischen rechts und links. Die Begriffe oben und unten sind ihnen fremd. Würde unter ihnen ein Mathematiker aufstehen, der ihre zwei Dimensionen in der Sprache mathematischer Formeln um eine oder mehrere erweitert, so würde er ihnen sagen: Vor stellen dürft ihr euch die andern Dimensionen nicht. Ich habe sie nur in der mathematischen Form entsprechend den Formeln, die ich für die zwei Dimensionen gebrauche, angegeben. Und der Physiker, der gar ein physikalisches Geschehen aus der dritten Dimension heraus hypostasiert, würde sie lehren, auch ihr zweidimensionales Geschehen nicht als absolutes zu betrachten. Der Philosoph der dritten Dimension würde ihnen die Gebundenheit und Begrenztheit ihrer Erkenntnis klar zu machen suchen. Und der Religionsgelehrte schließlich würde sie die Existenz einer ״höheren“ Welt lehren. Allerdings dürfte er dieses Wort ״höheren“ nicht gebrauchen können. Denn oben und unten, hoch und niedrig, existiert in ihrer Sprache nicht. Er könnte nur von einer ״vorderen“ Welt, einer ״rechten“ Welt reden wie auch von einer ״hinteren“ und ״linken“. Und er müßte dann immer betonen: Diese Begriffe sind in anderem als im Sinne eurer Anschauung zu verstehen. Ich benutze nur diese Begriffe, da ihr keine andern kennt und ich mich euch verständlieh machen muß. Man müßte sich eine weitere Dimension vorstellen können, um eine Anschauung von diesen ״vorderen“ und ״hinteren“ Welten zu besitzen. Und so müssen auch wir uns sagen: Die Sprache, die unsere heilige Schrift gebraucht, ist unseren Vorstellungen entsprechend, weil es kein anderes Mittel gibt, die Verhältnisse höherer Welten,

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