Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 45 (sequence 47)
- Belongs to
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4S von uns. Und ähnlich ist es auch für uns im Verhältnis zu den Schattenwesen. Würden wir eine ebene Fläche, etwa die Oberfläche einer Tischplatte als Welt der Schattenwesen annehmen, so bestände allerdings kein wesentlicher Unterschied zwischen ihrer Flächenanschauung und unserer Raumanschauung. Nehmen wir aber ihre Fläche nur als gekrümmt, etwa als Kugelober־ fläche an, so ist unsere Anschauung ihrer Fläche von ihrer Anschauung schon verschieden. Sie können ihre Fläche nur als aus ebenen Teilen zusammengesetzt betrachten, da sie nur in zwei Dimensionen schauen können, während wir ihre Fläche als im Raume gekrümmt, also als eine Fläche betrachten, deren Struktur von einer Ebene wesentlich verschieden ist, zu deren Ueberschauen eine drei dimensionale Raumanschauung schon Voraussetzung ist. Man könnte aber noch weiter einwenden: Ich denke mir einen Mathematiker der Schattenwesen, der auf die Idee eines dreidimensionalen Raumes kommt, wie auch die Mathematiker der dreidimensionalen Raumanschauung auf die Idee anders gearteter Räume gekommen sind. Und ebenso könnte ein Physiker der Schattenwesen die Einordnung der Gesetze seiner Welt nur in dem Rahmen einer mehrdimensionalen Welt begreiflich finden, wie auch unsere Physiker die Weltformel durch Erweiterung unserer Raumanschauung zu finden suchen. Insofern könnte es scheinen, als ob diese dem Geiste innewohnende Fähigkeit, sich über seine Anschauungsform zu erheben, nicht in das Gebiet des Metaphysischen vorstößt. Denn auch in dieser erweiterten Welt gilt ja das unabänderliche Naturgesetz, bleibt ja alles Physik. Dieser Einwand verkennt aber das Wesentliche: In den Formein nur ist der mathematisch-physikalische Geist zu höheren Dimensionen vorgestoßen. In der Anschauung kommt er in seiner Naturgebundenheit nicht weiter. Ebenso wäre der mathematisch-physikalische Geist des Schattenwesens nur fähig, im Denken zu einer drei- oder mehrdimensionalen Welt fortzuschreiten, nicht im Anschauen. Ein dreidimensional anschauendes Wesen würde also für ihn ebenso als metaphysisch anzusehen sein wie für uns ein vierdimensional anschauendes. Schließlich könnte man noch auf folgendes hin weisen: Um die Unterschiedlichkeit unserer Anschauung von denen der Schattenwesen konsequent durchzuführen, müßte man auch