Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2551369-2551424-2551425--2794-2554322- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
34 der ״Peruschiin“ getrennt hätten, acht Familien aus Deutschland und Holland gewesen seien. Das war im Jahre 5609 (1849), wo schätzungsweise einige fünfzig Seelen zum Kolel Hod gehört haben können. Immerhin scheint diese Zahl uns merkwürdig hoch zu sein, eine Familie müßte im Durchschnitt 7 Köpfe gezählt haben, und dabei ist auch noch anzunehmen, daß die Ein- Wanderer jüngere, ja oft unverheiratete Leute waren! Recht aufschlußreich sind die Briefe Elieser Bergmanns, die sein Nachfahr Abraham E. Bergmann im ״Haaretz“ veröffentlieht hat, und die auch im hebräischen Teil der Jüdischen Rundschau vor einiger Zeit auszugsweise wiedergegeben wurden. Elieser Bergmann wurde im Jahre 1799 im Dorfe Hindheim (?) bei Gunzenhausen in Bayern geboren, er wurde der Schwiegersohn Mendel Ro&enbaums aus Zell, eines einflußreichen reichen Mannes, der Schtadlan am Münchener Königshofe war und wegen seiner öffentlichen Tätigkeit zu Gunsten seiner jüdisehen Brüder den Beinamen ״Bayrischer Judenkardinal“ führte. Elieser Bergmann wanderte ein Jahr nach seinem engeren Landsmann Rabbi Josef Schwarz nach Palästina aus, kam also 1834 nach Jerusalem. Seine Briefe, gerichtet an seinen Schwiegervater, sind Schilderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse, Lebensmittelpreise, der Wert der verschiedenen Münzsorten, die Aussichten der Handwerke und ihre Verbreitung, die Schechita in Safeth, Angelegenheiten der Chalukka, all das fand seinen Ausdruck in den nach Deutschland gerichteten Briefen, auch seine Frau Riwka Sila gibt in einem Brief eine anschauliche Schilderung der weiblichen Mode. Elieser Bergmann ernährte sich im Lande vom Handel und Wechselgeschäft, doch verlor er trotz der Hilfe seiner Verwandten sein Vermögen und kehrte 1850 oder 1851 nach Deutschland zurück. 1852 starb er im 52. Lebensjahre und wurde in Berlin auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee zu Grabe getragen. Im Lande blieben — seine erste Frau, vier Söhne und seine zweite Frau waren gestorben — seine beiden Söhne Binjamin Bergmann, der Großvater des judaistischen Professors Jehuda, und sein Nachkömmling Jehuda Bergmann, der ihm von seiner zweiten Frau geboren wurde. Nachkommen dieser Familie sind Rabbi Jehuda Bergmann in Kefar Iwri bei Jerusalem, früher Nürnberg, und die Kinder dieses Jehuda Bergmann.