Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Belongs to
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4 hob und erhebt die (Jefahr des Nebeneinander dräuend ihr Haupt; ist doch das A und O der Orthodoxie die Anschauung, daß es im Judentum nur ei ne Grundanschauung geben könne. Es ist also der Kampf um die Selbständigkeit der orthodoxen Gemeinde durchaus nicht etwa ein gemeindepolitisches Eigentum, sondern der Ausfluß einer Weltanschauung. In der Klarheit dieser be~ kenntnisartigen Einstellung ist der Mann, dem diese Zeilen gelten, führend geworden, in einer Ehrlichkeit, die selbst dem Gegner unbedingte Achtung abgewinnt, mit einer Ueberzeugungstreue, die damals, als es seines Amtes war, Inhalt und Wünsche dieser Anschauung gegenüber den Behörden zu vertreten, einen Kiddusch haschem darstellte, dem auch der Erfolg nicht fehlte. Das Geheimnis dieses Erfolges beruht nicht zuletzt darauf, daß der Jubilar in seltener Vollkommenheit Sachliches vom Persönlichen zu trennen versteht, und ein Meister des suaviter in modo, fortiter in re ist. Ueber alle Kleinlichkeiten erhaben, ist er erfüllt vom Vertrauen zur Gerechtigkeit seiner Sache. Da muß man ja zuweilen es tragen, ganz allein zu sein; das ist der edle Mut eines Märtyrers. Das sind die Spuren eines Rabbi Chija, der ahnend eine Zeit der Treulosigkeit gegen die Thora, sich an־־ heischig machte, mit Aufgebot all seiner Kräfte das Judentum durchzuhalten, auch wenn nur eines zarten Kindes reine Seele sich ihm erschließe. Da bricht sich schließlich und endlich die Sonne Bahn. Es sind Anzeichen vorhanden, daß die Wahrheit zum Durchbruch gelangt. Man spricht von Rückkehrern; noch haben sie den Weg nicht ganz gefunden. Das ist die tragische Schuld der Generation, die in Gottesferne schwelgte. Aber immerhin, wir lesen in der Seele des Jubilars die heilige Freude auch über die ersten Anzeichen, nicht die auff!ackernde Siegesfreude, sondern die Freude der unendlichen Liebe zu allen jüdischen Kindern, zu allen Menschen. Ihm sind diese Anzeichen eine Botschaft des Glückes und, wie selten einer, ist er bereit, sanft geleitend die Verirrten zu sich zu rufen, um ihnen die alten Quellen zu erschließen. Es möge und wird ihm gelingen! P.K.