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Nahalat tsevi · 1937-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1937) · p. Seite 288

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 10-12 (Juli 1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 288 (sequence 38)
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S88 R. M. Benet darauf hin, dab das Werk eine Reihe von Ungeheuer* Iichkeiten enthalte, welche es ohne weiteres als Fälfchung kenntlich machten. In allen jüdifchen Gemeinden der kaiferlichen Monarchie, ja in den Gemeinden ganz Europas gefchah fortan nichts mehr, ohne dab man feine Autorität vorher anrief. Das Anfehen des Nikolsburger Oberrabbiners war fo grob, daß im Jahre 1802 eine Delegation der Prebburger Gemeinde bei ihm vorfprach und ihm das Rabbinat diefer alten Kehilla übertragen wollte. Die Delegation verfprach ihm, bei der Regierung erwirken zu wollen, dab ihm das Oberrabbinat über einen bedeutenden Teil ungarifcher Gemeinden übertragen werde. Ein ähnliches Angebot bekam er auch von der berühmten und ebenfalls fehr alten Gemeinde Krakau. Beide fo ehrenvolle Angebote hat Rabbi Mordechai abgelehnt. Auch der Zuftrom von Talmudjüngern zu feiner Jefchiwa war gewaltig. Aus aller Herren Ländern kamen die Lernbegierigen. Wenn auch die Schülerzahl feiner Jefchiwa nicht die Schülerzahl der Prebburger Jefchiwa erreicht hat, fo gehörte fie doch zu den bedeutendften Lehrftätten jener Zeit. In der Biographie feines Sohnes lefen wir auch Näheres über die Methode feines Lernens. Rabbi Mordechai war kein Freund pilpuliftifcher Luftfchlöffer, ihm lag mehr das Blattlernen, die logifche Durchdringung des Talmudtextes. Bei feinem Vortrage, der manchmal 5 bis 6 Stunden dauerte, wagte es kein vorwitziger Schüler, ihn zu unterbrechen. Bis in fein hohes Greifenalter hat Rabbi Mordechai eine Jefchiwa unterhalten. In den mährifchen Landen weit und breit ift Rabbi Mordechai wie ein Heiliger verehrt worden und das ganz mit Recht. Mit fünfzig Jahren hat er auf alle irdifthen Genüffe verzichtet, er ift ein Porufch geworden. Die täglichen Mahlzeiten waren fo dürftig, dab man fich gewundert hat, wie diefer Mann fidi dabei aufrecht halten konnte. Auch feine Art zu beten, verdient erwähnt zu werden. Rabbi Mordechai hat ftets, auch das tägliche Tifchgebet nur aus dem Siddur gebetet. DIE REFORM. Rabbi Mordechai Benet war nicht ״kulturfeindlich". Er hat fich fehr eifrig mit Philofophie befchäftigt - der More war feine Lieblingsbefchäftigung - er hat Sprachen und Mathematik eifrig getrieben. Wenn er auch als erfter Rabbiner gegen den im Jahre 1818 gegründeten neuen Tempel in Hamburg aufgetreten ift, fo hatte er auch für die Neuzeit Verftändnis. Das beweift fein in deutfcher Sprache abgefabter Katechismus der Mofaifchen Religion

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