Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 289 (sequence 39)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2551369-2551418-2551423--2715-2554243- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
für Lehrende und Lernende, Wien 1824. Audi in feiner Studien- Ordnung für künftige Rabbiner tritt er nicht als Feind der profanen Wiffenfchaften auf. Er hat nichts dagegen, wenn der künftige Rabbiner Deutfeh und Lateinifdi lernt, aber nicht auf Koften des Thorawiffens. Fortfchrittliche Gelehrte, in erfter Reihe Leopold Loew, eine erfte Größe der Reform, fchreibt im Jahre 1851 über Rabbi M. B. wörtlich: ״Es muß rühmend hervorgehoben werden, daß Rabbi M. B. fich gegen die Anftellung wiffenfchaftlidi gebildeter Rabbiner nicht unbedingt fträubte. Selbft die von ihm vorgefchlagenen Modalitäten enthalten eine dem Geifte der Zeit gemachte Conceffion, zu welcher lieh die Mehrzahl der gegenwärtigen ungarifchen und galizifchen Rabbiner noch immer nicht entfchließen würden. Der Landesrabbiner tat und leiftete das, was er auf feinem Standpunkte und nach feiner beften Überzeugung tun und leiften konnte und follte". GEISTIGES SCHAFFEN. Rabbi Mordechai Benet hat nicht viel Werke hinterlaffen, aber das wenige, das er uns hinterließ, gilt in der ialmudifchen Gelehrtenweit als klaffifch. Sein Hauptwerk ift - באור מרדכי, ein halachifcher Kommentar zu dem Ritualkodex des Rabbi Mordechai ben Hillel aus Nürnberg, 2 Teile erfchienen in Wien 1805—1813. Diefes Werk hat Rabbi M. B. einen Extraplatz unter den neuen Halachiflen gefichert. Ferner ift erfchienen ein Refponfenwerk unter dem Titel הר המור, fowie ein ausführliches Werk über die ״Neununddreißig Arbeiten״ am Sabbat unter dem Titel מק אבות. Seine Nachkommen haben noch eine ganze Anzahl kleinere Werke von ihm veröffentlicht, fo das Werkchen פרשת מרדכי und תכלת מרדכי u. a. HEIMGANG. Wiederholt hat Rabbi M. B. Karlsbad aufgefucht und dort Erholung und Auffrifchung feiner gefchwächten Kräfte gefunden. Jetzt Tollte er nicht wieder heimkehren. In feinem 75. Lebensjahre ift er dort am 13. Aw, 12. Auguft 1829 nach fiebzehntägiger Krankheit fanft entfchlafen. Eine wahre Beftürzung in der kaiferliehen Monarchie, ja in der ganzen Welt hat die Nachricht von dem Heimgange diefes Großen in Israel gefunden. Da Rabbi M. B. als feinen letzten Willen kundgetan hat, in Nikolsburg oder zu mindeftens in Prag neben allen Heiligen, die dort ruhen, beftattet zu werden, andererfeits die Vorbereitungen für eine Überführung