Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 287 (sequence 37)
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287 - Seine Wahl zum Landesrabbiner wurde am 4. November 1789 durchgeführt, ln feierlicher Weife hat der öfterreichifche Kaifer die Ernennung zum Oberlandesrabbiner kundgetan, und Rabbi Mordechai Benei erhielt die Beftätigung feiner Beftallung durch eine prächtig ausgeftattete Urkunde ausgehändigt. Die Urkunde wird noch heute im jüdifchen Mufeum in Wien als koßbarer Schatz aufbewahrt. Der junge Landesrabbiner der mährifchen judenheit habe es zu Anfang feiner Amtstätigkeit keineswegs leicht. Die alteingefeffenen Talmide Chachomim wollten fchließlich dem jungen Landesrabbiner zeigen, daß auch fie die Tage und die Nächte dem Thoraftudium gewidmet und ihm an Gelehrfamkeit und Scharffinn nicht nachßanden. Viel Verdruß und Kummer bereiteten dem neuen Landesrabbiner die rein gefchäftlichen Angelegenheiten der Gemeinden, die Frage der gleichen Verteilung der Gemeindelaften unter den Mitgliedern. Wer bezahlt gerne Steuern und gar jüdifche Steuern? Der Streit in diefer Angelegenheit nahm zuweilen bedenkliche Formen an. Die Vorfteher, in der gewiffenhaften Erfüllung ihrer Amtspflichten, waren für die Verhängung des Cherem für die Säumigen. Rabbi Mordechai Benet war dagegen, fchon der üblen Folgen wegen. Auch der Noda Bijhuda in Prag war auf Anfrage aus Nikolsburg gegen die Verhängung des Cherem. Als der Streit kein Ende nahm, drohte der Landesrabbiner mit der Niederlegung feines Amtes. Schließlich fiegte die Weisheit und die Autorität des Rabbi Mordechai Benet. Die Woge des Streites legte fleh, und der Friede hielt wieder feinen Einzug in die Gemeinde Nikolsburg. Die .Aufregung der letzten Jahre und das raftlofe Lehren und Lernen im Kreife einer großen Schülerzahl gingen an Rabbi M.’s Gefundheit nicht ohne Spur vorüber. Ein hartnäckiges Nervenübel überfiel ihn. Die Ärzte befahlen ihm ftrengfte Schonung und eine Kur in Karlsbad. Die Ruhe und die Kur in Karlsbad taten ihm wohl und im Jahre 1793 Anden wir ihn wieder auf der Höhe feiner früheren Kraß. DIE JESCH1WA. Das hohe Anfehen, deffen R. M. Benet fleh allgemein erfreute, erfuhr noch eine gewaltige Steigerung durch feine entfehiedene Stellungnahme in dem bekannten Streit um das Werk בשמים ראש, welches R. Schaul Lewin als angebliche Gutachtenfammlung des R. Afcher ben Jechiel (ראש) herausgegeben hatte. In einem klafßfchen Gutachten, welches zum Teil im פרשת מרדני abgedruckt iß, wies