Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 271 (sequence 21)
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271 nalen Willens von äußeren Hemmungen, bei aller Gefährlichkeit, dem Volke der Thora eine beispiellose Chance bietet. Die Entfesselung des nationalen Willens von äußeren Hemmungen ist der Wahrheitskern. Der Mißbrauch des entfesselten nationalen Willens ist die um den Wahrheitskem sich windende Lüge. Die Lüge ist ganz und gar zeitgeboren. Der Wahrheitskern ist das in der Gegenwart ״Werdende“. Seine Befreiung von der Lüge ist die geschichtliche ״Aufgabe“. Wird die dritte Kenessioh Gedolah, endlich die Aguda in den Dienst des ״Werdenden“ zu stellen wissen? Wird sie, in Zusammenhang damit, die radikale Reorganisation der Weltaguda anzubahnen die Kraft haben? Wird sie den Mut finden, in Ehrlichkeit und Klarheit Uebergangsbestimmungen für die Zwischenzeit zu schaffen, bis sich der ideologische und der organisatorische Umbruch auswirken? Möge über der dritten Kenessioh Gedolah die Thoraweisheit des ewigen Sollens und die Geschichtsweisheit des ewigen Werdens walten und sie den rechten Weg geleiten. Der erste Schritt zur Berufung Rabbiner 1Hirschs זצ״לי nach Frankfurt a. M. Wir dürfen wohl bei der Mehrzahl der Leser dieser Zeitschrift die Kenntnis der Broschüre Rabbiner Hirschs ״Die Religion in dem Bunde mit dem Fortschritt“ (abgedruckt Gesammelte Schriften III. Seite 489) voraussetzen. Die darin geschilderten Verhältnisse in der Israelitischen Gemeinde Frankfurt hatte den Zusammenschluß jener 11 Männer zur Folge, welche mit Recht als Väter der Israelitischen Religionsgesellschaft in der Jüdischen Geschichte einen Ehrenplatz einnehmen. Die nachfolgende Urkünde, datiert vom 28. Januar 1850, stellt eine bedeutsame Ergänzung zu den oben erwähnten historischen Darlegungen von Rabbiner Hirsch dar. Doch über den historischen Wert hinaus gewinnen diese vergilbten Blätter heute an Aktualität, wenn in jüdischen Kreisen Deutschlands erfreulicherweise immer mehr die Ueberzeugung wach wird, daß der Unsegen der Assimilation in der Gestaltung des jüdischen Lebens in den letzten 80 Jahren nur dadurch überwunden werden kann, wenn wiederum die Heilung da beginnt, wo die Krankheit angefangen hat. So seien denn diese Ausführungen Spiegelbild einer Epoche im jüdisehen Gemeinschaftsleben, deren völlige Ueberwindung wohl mit zu den wichtigsten Aufgaben der jüdischen Gegenwart gehört. Die Eingabe trägt den Titel ״An den Hohen Senat der Stadt Frankfurt gehorsamste Vorstellung und Bitte von Seiten der Unterzeichneten