Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 270 (sequence 20)
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270 sten Weltmacht. Vor zweitausend Jahren hatte die stärkste Welt־ macht unter Aufbietung nicht geringer Anstrengung das jüdi־ sehe Volk zerschlagen mid seines Landes beraubt. Wo ist das Reich der Cäsaren? Nach zweitausend Jahren ist eine andere Weltmacht, just in den ״drei Wochen“, grundsätzlich bereit, das Gewalturteil des Kaisers Vespasianus zu kassieren. Wer möchte nicht, angesichts einer solchen Tatsache, in tiefster Erschütterung der geschichtlichen Vorsehung huldigen, die vor Jahrtausenden jedem gegen das jüdische Volk gerichteten Vernichtungsurteil die Sanktion verweigerte und auch ohne sichtbare Wunder die Zeiten also zu lenken weiß, daß sie im Einklang mit der Weissagung stehen. Wer möchte nicht, was immer aus den! Vorschlag der Royal Commission entstehen mag, in tiefster Erschütterung vor der Größe und Schwere der Gegenwart sich neigen, in der Ereignis werden konnte, was unsere Väter sich nur in unmittel־ barem Zusammenhang mit dem Nahen des Gesalbten zu denken vermochten. Wer möchte nicht, was immer die nächsten Monate bringen werden, in tiefster Erschütterung das grauenvolle Mißverhältnis feststellen, in dem, fürs erste, der geistig ־seelische Stand unsere9 Volkes zu der ihm immer deutlicher zufallenden Aufgabe sich befindet. Wegen dieses Mißverhältnisses habe ich den Gedanken des jüdischen Staates, da er zum ersten Male in den Zeitungen auftauchte, bekämpft, wie man nur eine Gefahr bekämpfen kann, die man im Anzuge sieht. Diese Gefahr, ich sehe sie heute nicht eine Spur geringer, als damals. Kommt aber der jüdische Staat, so darf die klare Erkenntnis seiner Gefährlichkeit um keinen Preis zu einer taten־ losen Negation führen, muß uns vielmehr zur höchsten Kraftanstrengimg treiben, um ihn in zähem und niemals rastendem Kampf thoragemäß zu gestalten. Ueber die Gefährlichkeit des jüdischen Staates in einer Zeit beispielloser nationaler Zersplitterung braucht kein Wort verloren zu werden. Kommt aber der jüdische Staat, so darf keinen Augenblick verkannt werden, daß die in ihm, zum ersten Male seit zwei־ tausend Jahren, zum Ausdruck gelangende Entfesselung des natio-