Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 269 (sequence 19)
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269 solches Verhalten würde die Gefahr nicht mindern, sondern ins Unerträgliche steigern. Alles kommt somit auf die Erkenntnis! an, oh eine von Gott gestellte Aufgabe vorliege. Zu dem Kriterium des Wahrheitskerns muß noch ein weiteres Kriterium treten, woran, trotz offenbarer Gefährlichkeit, das Vorliegen einer unablehnbaren Aufgabe zu erkennen ist. Hier vor allem ist es erforderlich, daß sich Thorakenntnis mit der Weisheit des geschichtlichen Sinnes verbinde. Nur vermöge des geschichtlichen Sinnes wird Thorakenntnis den Kompaß der Thora richtig einzustellen imstande sein. Nur der geschichtliche Sinn, auf das in der Zeiterscheinung wirksame Werdende gerichtet, kann letzten Endes darüber befinden, ob die Zeiterscheinung nur eine vorübergehende Episode bedeutet oder ob ihr ein epochaler Charakter zukommt. Einer thoragefährliehen Episode gegenüber wird völlige Negation am Platze sein. Im zweiten Falle ist mit Sicherheit das Vorliegen einer neuen Aufgabe festzustellen. Die Entscheidung wird aber zumeist nur nach einem gewissen Zeitablauf zu fällen sein, wenn nämlich die Zeiterscheinung sich bereits soweit entfaltet hat, daß das Werdende an ihr auch dem unprophetischen, wenn auch geschichtlichen Blick wahrnehmbar ist. Die soziale Judenemanzipation war eine solche Zeiterscheinung. Es bleibe dahingestellt, ob sie als thorawidrig zu erachten war. Ihre Thoragefährlichkeit war jedenfalls unzweifelhaft. Die Führer unseres Volkes verhielten sich sehr ablehnend. Dies war mindestens solange völlig berechtigt, als es! noch zweifelhaft sein konnte, ob es sich nicht nur um eine Episode handle. Es ist das unsterbliche Verdienst Rabbiner Hirschs s. A., den epochalen Charakter dieser Zeit erschein! mg durchschaut und sie als Aufgabe begriffen und hingenommen zu haben. Eine solche Zeiterscheinung ist auch die nationale Judenemanzipation und ihre stärkste Kulmination: der jüdische Staat. II. Die ״drei Wochen“ neigten sich schon ihrem Ende zu, als eines Abends der Radiosender von Jeruscholajm einen kurzen Auszug des Berichtes der Royal Commission, ihren Vorschlag und das Votum der Mandatsregierung brachte. Zum ersten Male seit zweitausend Jahren klang das Wort ״jüdischer Staat“ über die Erde, über das Heilige Land, ausgesprochen von der stärk-