Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 268 (sequence 18)
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entwickeln. Üebersieht der Kampf gegen die Lüge den in ihr steckenden Wahrheitskem und richtet sich daher sein Angriff auch gegen diesen, so ist die Lüge buchstäblich unüberwindlich. Nicht wegen der Lüge an ihr, sondern wegen der 1Wahrheit an ihr. Nur die Verbindung von Thorakenntnis mit geschichtlichem Sinn, mit Weisheit also, kann derartigen Zeiterscheinungen wirklieh gerecht werden und das Volk der Thora die richtigen Wege leiten. Die Entscheidung hat im Grunde darüber zu erfolgen, ob eine Zeiterscheinung eine ״Prüfung“ Gottes ist oder eine Aufgabe Gottes. Die Entscheidung wird, als eine endgültige, niemals sofort bei Auftauchen der Zeiterscheinung oder gar schön, wenn sie sich nur erst ankündigt, erfolgen können. Weder der Thoraweise noch der Weise schlechthin sind — Propheten. Zeiterscheinungen, die die geschilderte Scheidung nicht ermögliehen, sind ״Prüfungen“ und sind mit felsenstarker Negation zu behandeln, und wenn selbst Himmel und Erde lautestes Zeugnis für sie ablegten. Zeiterscheinungen, deren von Thorakenntnis und Weisheit geleitete Analyse das Vorhandensein eines Wahrheitskerns ergibt, sind Aufgaben, sind Rufe Gottes an sein Volk, daß es sich mit seiner ganzen Kraft wappne und die Aufgaben löse. Es ist vor allem der Begriff der Thoragefährlichk e i t, der den Führern unseres Volkes ihr Amt außerordentlich erschwert. Es hat das Volk der Thora keine größere Sorge, als die, sich selbst der Thora zu erhalten. Wenn schon der jüdische Einzelne nicht thoragemäß handelt, so er sich aucfi nur einer leiblichen Gefahr ohne Zwang aussetzt, um wieviel weniger darf eine jüdische Gemeinschaft oder gar die jüdische Gesamtheit ihre Beziehung zur Thora irgend einer geistigen oder seelischen Gefahr aussetzen. Jede ״Aufgabe“ aber enthält solche Gefahrmomente, und gerade diese Gefahrmomente sind es, deren Ueberwindung eben die Lösung darstellt, die Gott von uns erwartet und fordert. Daraus ergibt sich, daß die Führer unseres Volkes sich niemals auch nur im entferntesten als berechtigt erachten werden, ihrem Volke derartige ״Aufgaben“ zu stellen. Sie werden dies stets unter Hinweis auf die Thoragefährlichkeit ablehnen. Gott gegenüber freilich verschlägt dieser Einwand nicht. Es ist unmöglich, Aufgaben, von Gott gestellt, wegen ihrer Thoragefährlichkeit von sich zu weisen. Ein