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Nahalat tsevi · 1937-04-01 · Heft 7-9 (April 1937) · p. Seite 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 7-9 (April 1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 345 (sequence 71)
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245 gen geeignet, die ganze nngeheure Verantwortung, welche ge״ genüber Erez Jisroel auf der thoratreuen Judenheit lastet, zu beleuchten. Ein jüdischer x4rzt in Ostpreußen hat seine kleine Tochter in ein zionistische halb landwirtschaftliche Schule nach Erez Jisroel entsandt. Da man in dieser Anstalt die Sederfeier nicht am ersten Abend Pessach, sondern am siebenten abhielt, der Vater aber wünschte, daß seine Tochter den Seder zur richtigen Zeit abhalte, ging die Tochter zu einer befreundeten J erusalemer F amilie (ein Dozent an der Jüdischen Universität in Jerusalem). Das Kind wurde freundlich von der Hausfrau aufgenommen, ihm jedoch mitgeteilt, daß ein Seder leider nicht stattfinde, da das Familienoberhaupt eine wissenschaftliche Expedition nach T rans j ordanien vor genommen habe und erst in den Zwischenfeiertagen heimkehre. Die Hausfrau gab aber dem Kinde ein Empfehlungsschreiben an einen befreundeten Rechtsanwalt mit, wo der Seder sicherlich abgehalten würde. Im Hause dieses Rechtsanwaltes fand sich aber nur das 10 jährige Töchter eben vor, welches den Besuch tröstete, daß seine Eltern bald zurückkämen. Die Nacht brach heran, die Menschen kamen bereits von der Synagoge zurück; die ersten Sedertöne klangen aus den Nachbarhäusern, das Kind dachte an das ferne Ostpreußen und den dortigen väterlichen Sedertisch und brach in Tränen aus, als die Hausfrau zurückkam und mit tiefem Bedauern erklärte, daß ihr Mann, da er beruflich sehr in Anspruch genommen sei, erst spät nach Hause komme, so daß der Seder wohl nicht mehr stattfinden könne; aber in der Nähe sei eine befreundete Familie aus Deutschland, die sicherlich einen traditionellen Seder geben würde; sie wolle die Kleine selbst dorthin begleiten. Der Seder fand auch in der Tat dort statt. Zum Schlüsse des Seder wurde als Ueberraschung für den Gast und als besondere Sedergabe dem Mädchen — ein Osterbase verabreicht. Diesen Tatbestand,in.״Dawar“ und״Habed“ veröffentlicht, erzählte der jüdische Arzt einem Korrespondenten, mit dem Bemerken, daß als Ersatz für die Tatsache, daß die Eltern ihre Kinder entbehren müssen, sie eine jüdische Atmo- Sphäre erhofft hatten, in welcher diese Kinder zu wahrhaften Juden und Jüdinnen erzogen werden, nicht aber eine wiederholte Auflage der ehemals in assimilierten Kreisen vielfach übliehen — Osterhasen. In einer der jüngsten Nummern des ״Israelit“ wurde bereits berichtet, daß Jizchok Grünebäum, Mitglied des zionistischen Aktionskomites und dessen Exe-

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