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Nahalat tsevi · 1937-04-01 · Heft 7-9 (April 1937) · p. Seite 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 7-9 (April 1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 334 (sequence 60)
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und Halachah, — oder bloß der logische, während der genetische die Tradition ist, — oder ist der Drasch nicht einmal der logische Ursprung, sondern bloß eine unverbindliche nachträgliche Verknüpfung von Halachah und Schriftvers, die mnemotechnische oder andere prinzipiell unwesentliche Gründe hat? Am Beispiel ausgedrückt: Ist das Gebot, das Tefillinleder aus der Haut zum Genüsse erlaubter Tiere herzustellen, zu irgendeiner Zeit aus dem erwähnten Drasch entstanden — oder war dies Gebot tradiert und wurde bloß nachträglich in dem Schriftvers rekognosziert, so daß der Schriftvers tatsächlich die Halachah enthielte, also ihr logischer Ursprung wäre — oder hat der Schriftvers mit dem Gebot gar nichts zu tun, und der Drasch hätte nur einen äußerlichen Sinn? Es lassen sich im allgemeinen für jede der drei Möglichkeiten Argumente aus dem Talmud herbeibringen. Für das Primat des Drasch spricht, daß der Talmud oft Kontroversen auf methodische Verschiedenheiten in der Handhabung des Drasch zurückführt, wonach anzunehmen wäre, daß jede Partei auf Grund ihres Drasch zu ihrer Halachah gelangt wäre. Für das genetische Primat der Halachah spricht, daß vielfach für J3ine Halachah ihr Zusammenhang mit dem Schriftvers umstritten ist, während die Halachah selbst unumstritten ist. Die Halachah scheint sicherer als ihre scheinbare Ableitung. Dabei könnte die Verknüpfung mit dem Thoratext von jedem der Streitenden für schlüssig gehalten werden. — Die dritte Ansicht hält diese Verknüpfung für meist äußerlich. Denn diese Verknüpfungen scheinen meist so gekünstelt, daß sie ohne Geltungsanspruch auftreten. Weiterhin werden viele rabbanitische Halachoth in ganz gleichem Stil mit dem Text in Verbindung gebracht. Diese Problematik bewegt sich zwischen zwei ruhenden Polen: Einmal steht es fest, daß es sinaitische Traditionen gibt, die nicht einmal logisch vom Schriftvers abhängig sind. Das ist zumindest ein Teil der unter dem Terminus הלכה למשה מסיני vorkommenden Halachoth. Andererseits steht fest, daß Deutungsregeln — wie etwa י״ג מדות דר ישמעאל — sinaitischen Ursprungs sind. Sie müssen ein wesentliches Anwendungsgebiet besitzen. Dieser Existenzsinn besteht zumindest darin, daß das normale Sanhedrin sie zur Lösung neu auftauchender halachischer Probleme verwertete. Es gibt also mit Sicherheit aus dem Drasch entstandene Halachoth und ebenso mit Sicherheit vom Drasch unabhängige Halachoth. Zwischen diesen Polen schwanken nun die Meinungen, wie also der Durchschnitt der mit Schriftvers in Verbindung gebrachten Halachoth zu grup-

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