Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 7-9 (April 1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 315 (sequence 41)
- Belongs to
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dem Gottesbefehl gemäß zum Felsen zu sprechen, au! daß Gott Wasser spende. Das Oberhaupt unserer Meforschim, Raschi, ist es, der zu 20,11 schreibt: לפי שבראשונה לא הוציא אלא מסין לפי שלא צוה המקום להכותו אלא ודברתם אל הסלע והמה דברו אל סלע אחר ולא הוציא אמרו שמא צריך להכות כבראשונה שד והכית בצור ונזדמן להם אותו סלע Wenn also die Auffassung möglich ist und von keinem Geringeren als Raschi Hakodausch vertreten wird, daß M. R. den Befehl erhalten habe, das Wort an den Felsen zu richten, diesen Befehl auch erfüllt habe, der Fels habe aber versagt, dann fehlt es ge־ wiß an einem Zwang zu der Auffassung, M. R. hätte den Befehl erhalten, zum Volke zu reden, sei aber unfähig gewesen, den gebotenen Weg zu beschreiten. Aber auch, wenn nicht mit Raschi angenommen wird, M. R. habe befehlsgemäß zunächst zum Felsen geredet, und wenn des weiteren unterstellt wird, M. R. sei in hohe Erregung geraten, so muß doch Klarheit darüber bestehen, welcher größere Erziehungserfolg zur Herbeiführung des Gleichmuts und des Gehorsams zu Gott hätte erreicht werden können, wenn anstelle des Schlagens nine ruhige Rede an den Felsen gerichtet worden wäre. Der erzieherische Kern der Erscheinung lag doch in der Übernatürlichkeit des Vorganges überhaupt, in der Wunderhaftigkeit der Wassergabe! Ob Schlagen, ob Reden — in beiden Fällen doch ein göttliches Wunder von maximaler Erziehungskraft! Oder hätte M. R. vielleicht darum be־ stimmte Worte zum Felsen reden sollen, kraftvolle und tief eindringliche, damit unmittelbar vermöge der an den Berg gerichteten Worte Reue und Energie in den Herzen der die Worte gleichzeitig vernehmenden Menschen ausgelöst werden? Etwa indem man an den Kal Wochaumer des Midrasch denkt, mit dem das Volk vom gehorsamen Fels auf die eigene Pflicht einen Rückschluß hätte ziehen sollen? Dieser Midrasch (der sich bei Raschi 20,12 verkürzt vorfindet) wurzelt doch in nichts anderem als dem in der Heil. Schrift wiederholt betonten Gedanken, daß alle Geschöpfe, daß die ganze Natur in jeder Sekunde dem Geheiß des Schöpfers Gehorsam zollt, und ebenso der Mensch, der Schöpfung Krone, sich dem göttlichen Gebot nicht entziehen dürfe, beispielsweise רוח סערה עושה דברו (Psalm 148,8). Was kann nun der Zweck des Befehles, den Fels anzureden, gewesen sein? Das Volk angesichts des auf bloßen Anruf plötzlich Wasser spendenden Felsengesteins nicht nur zur vollen Emuno zu erziehen, sondern zugleich zur Erkennung der Keduschas Haschern. Gerade dieses Ziel aber, der Kiddusch Haschern höheren Ausmaßes,