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Nahalat tsevi · 1937-04-01 · Heft 7-9 (April 1937) · p. Seite 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 7-9 (April 1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 311 (sequence 37)
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Eingang des Stiftszeites und fielen auf ihr Antlitz, Es erschien ihnen die Herrlichkeit Gottes“ (Bemidbar 20, 6). Ein durstverschmachtehdes Volk von Millionen Seelen in sonnenglühender Wüste. Plötzlich vor den Augen entschwunden jener treue Geleiter, der Quell vom Sinai, dessen kühles, lebenspendendes Naß bisher durch Fels und^Tal sie begleitet hatte. Umdräut vom Geschrei durstgepeinigten Viehes, von den immer mehr anschwellenden Massen der Mütter und Kinder, Jünglinge und Greise umlagert, die Luft erfüllt von bitter anklagenden Drohrufen der Hunderttausende: ״Gebt uns Wasser! Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt?" —, sehen Mausche und Aharaun keinen anderen Ausweg mehr als den flehenden Aufblick zu Gott, als das Gebet an der Pforte des Stiftszeltes. Was hat die Seelen der Führer erregt? War es ein Schuldbewußtsein, das sie zum Stiftszeit trieb? Verrät sich in den Schritten nach dem Vorraum des Heiligtums die Erkenntnis der Unzulänglichkeit, der Minderwertigkeit? War etwa tatsächlich die Katastrophe eine Folge der Unfähigkeit der Führer? Hätten sie vielleicht durch Aufbietung der einem großen Führer in schwerster Stunde mehr denn je obliegenden Zähigkeit und Willensstärke den Augenblick meistern können? Mußten sie zur Erflehung eines übernatürlichen Einschreitens etwa darum ihre Zuflucht nehmen, weil sie der wahrhaften Führerkunst und weiser Menschenkenntnis entrieten? Der Gedankengang ist abwegig, wenn anders wir von der jüdischen Überlieferung uns leiten lassen. Lehren uns doch unsere Weisen, daß, solange noch ein Mensch aus eigener Kraft die Zukunft gestalten kann, er keines Wunders gewärtig sein darf. Wo ist aber der Weise, der uns zu enthüllen vermöchte, zu welchem natürlichen Mittel M. und A. in jener Stunde hätten greifen können? Mit Hilfe welcher Technik konnte dem sonnenverbrannten Wüstensand oder den steinigen Felsen Wasser entlockt werden? Oder mit welcher Kunst des Psychologen hätte das verdurstende Millionenvolk auf unbestimmte Zeit besänftigt werden können? Und muß uns nicht gerade die Tatsache, daß Gott in diesem Augenblick M. und A. nicht verurteilt, nicht tadelt, nicht einmal wie einst am Meeresgestade die Worte spricht: ״Warum schreist Du zu miru, darüber belehren, daß ihre Entschließung, den Platz der Volksversammlung zu verlassen, um an heiliger Stätte zu beten, untadelig gewesen? Gereicht ihnen die nunmehrige Offenbarung Gottes ״Ergreife den Stab und rede zum Felsen nicht zur höchsten Rechtfertigung? Hätten etwa M. und A. aus eigener Kraft das Recht gehabt, vor das

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