Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 7-9 (April 1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 306 (sequence 32)
- Belongs to
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M6 dernde Staat Herzls tüchtigere Generäle, begabtere Offiziere be~ sitzt als der wandernde Staat Gottes. Aber der wandernde Staat Gottes hat eines vor dem wandernden Staat Herzls voraus: im wandernden Staat Gottes, in all seiner Armut, in all seiner Winzigkeit, kann Gott-König weilen. Im wandernden Staat Herzls kann Gott-König nicht weilen. Am Ende aber siegt Gott. — Der wandernde Gottesstaat ist die treibende Kraft des heutigen Agudismus. Mögen es alle wissen, die heute so gern gegen ihn den ״Geist von Kattowitz“ beschwören: Auch wenn damals in Kattowitz der Plan einer Weltvereinigung aller individuell Thoratreuen sich durchgesetzt hätte, wäre er in dem inzwischen verflossenen Vierteljahrhundert längst zerschellt. Herzls wandernder Staat, in diesem Zeitraum immer greifbarer hervortretend, hätte unter allen Umständen die Weltvereinigung mit eiementarer Macht zerbrochen, weil er zwangsläufig den wandernden Staat Gottes erzeugen mußte, der die Thoratreuen selber gebieterisch vor die Frage stellt, die jene Welt Vereinigung gerne umgangen hätte: nicht mehr freilich vom Standpunkt der einzelnen Gemeinde, aber vom Standpunkt der gesamten Nation. Gottes Nation oder Herzls Nation? Gottes Staat oder Herzls Staat? Eine thoratreue Weltvereinigung, die auf diese Fragen eine eindeutige Antwort nicht zu geben weiß, gehört genau so der Vergangenheit an, wie jene drei Kaiserreiche, an deren Ecke sie entstehen sollte. Und mögen sip es weiterhin wissen: Herzls wandernder Staat ändert sein Gefüge nicht, selbst wenn er eine noch so starke ״Partei des wandernden Gottesstaats“ in sich aufnimmt. Es ist der Grundfehler des Misrachi, daß er den Unterschied nicht sehen will zwischen einer Partei des wandernden Gottesstaats und dem wandernden Gottesstaat selber. Der Unterschied entspricht genau dem Unterschied zwischen einer Partei und einem Staat. Und es ist weiter der Grundfehler des Misrachi, daß er nur Herzls Staat unterwegs sieht, in dem er rechtzeitig der Thora einen Platz zu sichern sich bemüht, nicht aber Gottes Staat. Warum so verzagt? Warum so ängstlich? Aus all den Nöten des jüdischen Volkes, aus all den Nöten der ganzen Welt, aus all dem Jammer der Untreue gegen Gott, aus all dem Heldentum der Gott-Treuen ringt sich unter tausend Qualen der Gottesstaat zum Leben. Nicht aus Herzls Staat ersteht der Gottesstaat. Aber trotz Herzls Staat und — vielleicht! — durch den Kampf gegen Herzls Staat. Vielleicht ist