Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 7-9 (April 1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 305 (sequence 31)
- Belongs to
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lind selbst sein Kampf gegen den Zionismus ist ihm nicht Wesensinhalt, sondern lediglich Folge seines völlig auf die absolute Position der Nation Gottes hinzielenden Trachtens. Der Weg von Kattowitz nach Jeruscholajm ist der Weg von der juristisehen Logik und der praktischen Organisationstechnik in die — Geschichte. Es gibt freilich auch heute noch Menschen, die den ״Traum von Kattowitz“ nicht ausgeträumt haben. Sie befinden sich zum größten Teil nicht mehr im Lager der Aguda. Auf dem Wege von Kattowitz nach Jeruscholajm sind sie verloren gegangen. Immer noch werden Stimmen laut, daß die Aguda den ״Geist von Kattowitz“ verlassen habe und deshalb heute nicht im entferntesten alle Thoratreuen umfasse, klein und ohnmächtig sei, indes sie, hätte man die Politik dem — Zionismus überlassen, eine starke, einflußreiche und praktisch wirksame Organisation hätte sein können. Es fehlt auch nicht an freundlichen Einladungen zur Umkehr. Der Zionismus sei nun einmal der ״wandernde Staat“, mit diesem Faktum müsse man sich abfinden. Politischen Einfluß auf diesen ״wandernden Staat“ könne man nur gewinnen, wenn man in ihn eintrete, nicht aber, wenn man ״außerhalb“ bleibe. Die von der Thora der Aguda gestellten Aufgaben seien so groß und so umfassend, daß sie nicht daneben auch noch Kolonisation treiben könne. Die Erfahrung habe dies bewiesen, und man müsse daraus die Konsequenzen ziehen. Wer also spricht, kennt weder den ״Geist von Kattowitz“ noch den Geist des Agudismus. Jener war ganz auf Friedens- Zeiten abgestellt, und dieser ist ganz das Kind einer Weltkata- Strophe. Der Agudismus sieht nicht nur Herzls Staat auf der Wanderung, sondern auch Gottes Staat. Er weiß, daß Herzls wandernder Staat heute über weit größere materielle Kräfte verfügt als Gottes wandernder Staat. Er weiß aber auch, daß Herzls wandernder Staat, selbst wenn er zeitweilig eine wichtige Etappe auf seiner Wanderung erreichen sollte, ja vielleicht dann erst recht, zum Untergang verurteilt ist, und er will und er kann Herzls wanderndem Staat die Aner-» kennung nicht zollen, weil er ganz und gar sich zu Gottes Staat bekennt. Der agudistische Weg von Kattowitz nach Jeruscholajim hat den Blick des Agudismus von den wandernden Juden zu dem wandernden Staate Gottes erhoben. Mag sein, daß der wandernde Staat Herzls dem wandernden Staat Gottes um beträchtliche Längen voraus ist. Mag sein, daß einstweilen der wan-