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Nahalat tsevi · 1937-04-01 · Heft 7-9 (April 1937) · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 7-9 (April 1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 304 (sequence 30)
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Vereinigung“ zu einer Organisation aller individuell Thoratreuen auszuweiten. Es mag dahingestellt bleiben, ob dieser Versuch gelungen war. Auf jeden Fall waren in Kattowitz Bestrebungen am Werk, die neue Weltorganisation zu einer ״freien Vereinigung der Welt“ zu gestalten, eingestellt auf vorwiegend praktische Aufgaben, die uns die Thora zur Lösung auf gibt, alles dagegen geschickt vermeidend, was die Einheit der Thoratreuen gefährden könnte. In Kattowitz ist der Kampf nicht zur Ent- Scheidung gekommen. Er setzte nach Kattowitz erst recht ein. Beinahe hätte er der neuen Organisation das Leben gekostet. Der Weltkrieg kam zur rechten Zeit, um den völligen Zerfall zu verhindern. Der Abschluß des Weltkrieges aber brachte die — Balfourdeklaration. An Stelle von Kattowitz trat — Jeruscholajim. — Der Unterschied zwischen Kattowitz und Jeruscholajim ent״ spricht genau dem Unterschied zwischen einer jüdischen Zweck- Organisation und — der jüdischen Nation selber. In Kattowitz konnte die Ankündigung des Kampfes gegen den Zionismus jederlei Gestalt noch Schrecken und Betretenheit und ein klugpolitisches Dementi auslösen. In Jeruscholajim versteht sich dieser Kampf von selbst. Vertritt der Agudismus von Jeruscholajim die Idee der Thora-Nation, ist die agudistische Weltorganisation die Wortführerin der Thora-Nation, so hat der Agudismus keinen größeren Gegensatz als den die Idee der zionistisehen Nation lehrenden Zionismus, die agudistische Welt- Organisation keinen ausgesprocheneren Feind als die zionistische Weltorganisation, die Wortführerin der zionistischen Nation. Die in Kattowitz hinter den Kulissen so lebhaft erörterte Frage, ob der deutsche Riß unter den Thoratreuen zu lokalisieren oder zu universalisieren sei, kam auf dem Wege von Kattowitz nach Jeruscholajim nicht eigentlich zur Entscheidung, sondern wurde gegenstandslos. An Stelle der deutsch-jüdischen Gemeindefrage ist längst die universal-jüdische Nationalfrage getreten. Der in Jeruscholajim angelangte Agudismus fragt nicht mehr nach dem .,Austritt“ aus der Reformgemeinde. Er fragt: Gottes Nation oder — Herzls Nation. Dabei mag es sich freilich ergeben, daß wer sich für Gottes Nation und gegen Herzls Nation entscheidet, auch in der Reformgemeinde nichts mehr zu suchen hat. Der Agudismus von Jeruscholajim ist nicht auf den ״Austritt“, der Negation der Reformgemeinde, sondern auf dem ״Eintritt“, auf der absoluten Position der Nation Gottes gegründet.

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