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Nahalat tsevi · 1937-04-01 · Heft 7-9 (April 1937) · p. Seite 296

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 7-9 (April 1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 296 (sequence 22)
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irgendeinen Gegenstand ernst nehmen, sich gar mit der Frage des Führerproblems befassen! Und die gleiche Fremdheit gegenüber der Realität des Lebens erweist sich aus den Ausführungen, die Abraham Wolf über die östliehen Jeschiwoth macht. Er spricht von der eigenartigen Struktur des Einflusses, der von dort ausgeht, aber worin diese Eigenart besteht, wird nicht gesagt. Fünf bis zehn Jahre seines Lebens ausschließlich dem Lernen zu widmen, ist ein Ziel, das man vielen wirklich begabten Bachurim wünschen möchte, und keine Mühe darf zu groß erscheinen, um geeigneten jungen Menschen ein so langes Lernen zu ermöglichen. Aber die Fest- Stellung, daß 150 Jugendliche aus dem thoratreuen Bünden Deutschlands sich auf östlichen Jeschiwoth befinden, besagt nichts, solange man nicht weiß, ob sich hinter dem Lernen nicht oft ein Ausweichen vor dem realen Leben verbirgt. Man kann auch hinter der Gemoro ״batteln“, und es ist dort nicht schwer, das Wort der Thora jede Regung und Bewegung ״im Hause und draußen, beim Schlafen und Wachen“ beherrschen zu lassen. Manche westliche Bachurim, die nach mehrjährigem Aufenthalt aus dem Osten zurückkamen, sind ein mahnendes Beispiel dafür, daß der geistige Einfluß der östlichen Jeschiwah nicht immer förderlich war, und besonders dann nicht, wenn eine gewisse bildungsfeindliche Tendenz, die ihren Impuls aus dem Osten bezieht, durch eine Forschheit im Auftreten das zu verbergen sucht, was ihr an wirklichem jüdischen Wissen fehlt. Der Frage, wie man sich im Leben bewährt, darf man heute nicht mehr ausweichen, und die Menschen in der religiösen Jugendbewegung sollten endlich einmal einsehen, daß thoratreue Arbeiter, Handwerker, Landwirte, Kaufleute und Akademiker, die alle mit beiden Füßen im Leben stehen, heute wichtiger sind, als ewige Jeschiwahbachurim. Diese letzte Feststeilung gilt besonders für Erez-Israel. Je konkreter die Erez- Israel-Arbeit des Esra wird, als dessen Vertreter Abraham Wolf den obengenannten Aufsatz schreibt, destomehr werden die Forderungen des wirklichen Lebens die Ideologie des Bundes umgestalten. Da gilt kein Ausweichen mehr. Das mag auch Wolf empfunden haben. Denn wenn er von der orthodoxen Jugend in Deutschland spricht, dann meint er, sie hatte recht, sich nicht nach manchem Wunsche anderer Kreise auf Rückgewin-

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