Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 7-9 (April 1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 292 (sequence 18)
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192 dingungen des jüdischen Lebens in sozial-ökonomischer Hinsicht, ebenso wie die Veränderung der geistigen Struktur des jüdischen Volkes gaben der Bildungsfrage ihre besondere Aktualität. Rabbiner Hirsch hat diese Umwälzungen im Leben seines verstreuten Volkes rechtzeitig, mit weitschauendem Blick erkannt. Lr erschloß den Modernen den Quell jüdischer Thorabildung, er schuf ein einheitliches Erziehungssystem, um so den Thauro juden gegen die verheerende Wirkung des ״Zeitgeistes“ immun zu machen. Sein Leben und seine Erfolge bedeuten in der Galuthgeschichte unserer Gemeinschaft einen überwältigenden Kiddusch Haschern. Sein Nachfolger auf dem Frankfurter Rabbinerstuhl hat sein Werk derart fortgesetzt und ausgebaut, daß der deutschen Judenheit, die berufen war, wesentliches zur Führung innerhalb der jüdischen Allgemeinheit beizutragen, der Tadel des frommen Amhaarazut erspart blieb. Auch wir bemühen uns, das gleiche Ziel zu erreichen. Es liegt kein Grund vor, sich innerhalb der vielgestaltigen Orthodoxie gegenseitig zu bekämpfen. Jeder möge seine Erziehungsarbeit im Dienst des Judentums weiter fortführen. Die einen, indem sie ihre Jünger in den vier Ellen des Beth Hamidrasch, frei von jedem nichtjüdischen Einfluß, zu vollkommenen Bne Thauro erziehen. Unsere Liebe und Verehrung ist ihnen sicher. Auch darin ist uns der große Meister Vorbild. Kannte doch keiner besser die jüdische Seele als er, wie sie sich nach D’wekus mit Haschern sehnt und für sie das völlige Aufgehen in der Thora höchstes Ideal bedeutet.*) Aber auch wir haben unsere Aufgabe. Wir wollen unsere Jünger für die nun einmal erfolgte Veränderung des jüdischen Lebens rüsten. Die Kreise der jüdischen Jugend, die der Thauro entfremdet sind, können wir nur dann wiedergewinnen, wenn wir mit den Mitteln der Moderne um ihre Seele ringen. Für den, der das Leben in der Gola und Erez *) Ich erinnere nur an die Bemerkung Hirsch’s zu Vers 20 des 72. Kapitels von Tehillim בלו תפילות דוד בץ ישי einem Verse, der bekanntlich von der Bibelkritik für ihre Tendenz ausgewertet wird. Hirsch sagt, daß mit der Erffliiung des ברוך שם כבודו לעולם וימלא כבודו את כל הארץ אמן ואמן die תפילות David’s zu Ende sind. Das höchste Ziel ist erreicht. Diese Erklärung wird in dem Werke זכר אליה angeführt mit der Bemerkung, daß* sie auch im Namen des Baal Schern tow }?זי״ überliefert wird. Dieses Wort ist so reich an religiöser Schönheit und קדושה, daß es in der Tat nur ein Beseht ^gesagt haben kann oder — eiu Rabbiner Hirsch 7'ל t