Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 7-9 (April 1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 291 (sequence 17)
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Erez-Prinzip .,auf die Ausbildung von Lehrern und Rabbinern an sich“ angewendet werden konnte. Jeder Leser wird den damaligen Artikel so verstanden haben wie ich und die Schriftleitung des Nachlath Zwi, nämlich, daß, nach Rosenheim, die Anwendung des Thora-im-Derech-Erez-Prinzipes an sich auf die Rabbinerausbildung in Deutschland nicht auszudehnen ist. Es mag sein, daß Herr Rosenheim im Israelit, 1934, das sagen wollte, was er jetzt, drei Jahre später, zur Erklärung anführt. Da es aber niemandem zugemutet werden kann, bei der Lektüre eines Zeitungsartikels die Sätze anders zu deuten, als es dem einfachen Wortlaut entspricht, so wäre es besser gewesen, anstatt Anklagen und Beschuldigungen gegen den Leser zu erheben, einfach zu erklären: Ich wollte in diesem Sinne verstanden werden; es kommt nicht an auf das, was ich mit meiner Feder schrieb, sondern darauf, was ich in meinem Herzen dachte und eigentlich zum Ausdruck bringen wollte. Durfte dann aber — vor einer Oeffentlichkeit, die die fraglichen Artikel nicht zur Kontrolle bei der Hand hat, — ein solch schwerwiegender Satz niedergeschrieben werden, der lautet: ״Daran ist kein Wort wahr“. Ich richte diese Frage an Herrn Rosenheim in dem Ernst, den sie erfordert. Mein jetziger Artikel trägt die Ueberschrift ״Zur Auseinandersetzung über S. R. Hirsch und seine Thora-im-Derech-Erez- Devise“, die Rosenheim dem seinen gegeben hat. Ich mußte eine Abwehr literarischer Angriffe vornehmen. Geplant war in meinem Aufsatz im Nachlath Zwi kein ״Feldzug“*. Er entstammte dem ehrlichen Bemühen, in die Gedankengänge Rabbiner Kirschs einzudringen. Es war ein Versuch, seine Lehre, die leider so häufig mißverstanden wird, für unsere Zeit fruchtbar zu machen. Die Polemik tut mir leid. Nicht meiner eigenen Person wegen. Sondern um der Sache willen. Das thoratreue Judentum darf sich in dieser Zeit nicht die Zersplitterung seiner Kräfte in unnützer Polemik gestatten. Einigkeit, gemeinsame Arbeit für das gemeinsame Ziel der Orthodoxie ist die Aufgabe, die wir zu erfüllen haben. Versuchen wir, im Geiste unserer Tradition weiter zu arbeiten. Die Bildungsfrage ist nicht von Rabbiner Hirsch heraufbeschworen worden. Sie ist eine zwangsläufige Folge unserer Galuthgeschichte. Sie ist so alt, wie das Galuth selbst. Nicht Rabbiner Hirsch führte den Schulzwang ein. Die veränderten Be-