Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 7-9 (April 1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 290 (sequence 16)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2551369-2551418-2551422--2611-2554138- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m von mir angeführte Zitat noch einmal mit dem oben genannten Artikel zu vergleichen, um festzustellen, ob ich das Zitat wirklieh, wie Herr Rosenheim meint, völlig mißverstanden, habe. Ich kann nun sagen, daß dieses Zitat, gerade im Zusammenhang mit dem Vorausgegangenen und dem Nachfolgenden zu der Annähme berechtigt, daß der Verfasser des Artikels die sonderbare Lehre verkündete, Rabbiner Hirsch habe überhaupt nur Berufsbildung erlaubt und daß er in der Bildungshöhe einer Realschule im Geiste Kirschs die Grenze für das Prinzip Thora im Derech Erez sieht, die nicht überschritten werden darf. Ich habe sogar den Eindruck, daß der Verfasser, wie aus dem Gesamtbild der mir jetzt von befreundeter Seite zugesandten Broschüre besonders deutlich hervorgeht, auch diese Grenze entsprechend den veränderten Verhältnissen noch viel enger ziehen will (s. Abschnitt V ״Kritik von Rechts“). Auch in Bezug auf die Frage der Rabbiner bildung sehe ich keinen Anlaß, von meiner im Nachlath Zwi zum Ausdruck gebrachten Annahme abzugehen. In seinem letzten Artikel schreibt Herr Rosenheim: ״Nicht mit Bezug auf die Ausbildung von Lehrern und Rabbinern an sich — wie Herr Dr. Weinberg und die von ihm irregeführte (von mir gesperrt) Schriftleitung des Nachlath Zwi meinen — habe ich jenen Satz von der nicht überschreitbaren Grenze niedergeschrieben, sondern einzig und allein hinsichtlich der intensiven Beschäftigung mit bibelkritischen Studien, die das מעות in den לימוד תורה selber hineintragen.“ Ich frage nun, wie sich diese Interpretierung seines eigenen Artikels verträgt mit dem aus dem ersten Artikel stammenden Satz: ״. . . daß S. R. ‘Hirsch Zeit seines Lebens offenbar gar nicht den Versuch unternommen hat — der an sich gewiß nahe lag —, seine תורה עם דרך ארץ -Devise praktisch auf die Heranbildung von Rabbinern in Deutschland auszudehnen.“ Nach Rosenheim hat S. R. Hirsch unterschieden zwisehen mittelbarem und unmittelbarem מינות wie letzteres sich in der Fragestellung der Bibelkritik zeigt (s. Israelit 1934, Nr. 35). Die Beschäftigung mit dem unmittelbaren מינות ist nach Hirsch, was die Allgemeinheit anlangt, von vornherein aus dem Bereich der Thora-im-Derech-Erez-Devise ausgeschlossen. Nun frage ich: Warum hat Hirsch Zeit seines Lebens gar nicht den Versuch unternommen, seine Thora-im-Derech-Erez-Devise praktisch auf die Heranbildung von Rabbinern in Deutschland auszudehnen, wenn, wie Rosenheim jetzt nun sagt, das Thora-im-Derech-