Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 84)
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170 sein, ihre Pflege zum Selbstzweck und alleinigen Daseinsgrund zu erheben und sich mehr und mehr aus der Verbundenheit mit dem Ganz der Schöpfung loszulösen. Sogar dem armseligsten Grashalm und dem Kraut des Feldes wurde die Aufgabe auferlegt, מזריע זרע zu sein, Saat in seinem lebenden Organismus zu bilden und sie auszustreuen. Und der Mensch als das höchste und letzte Gebilde der Schöpfung sollte als vernunftbegabtes Wesen nicht von den hinter und unter ihm stehenden Geschöpfen lernen, seinen Daseinszweck außerhalb des eigenen Ichs zu suchen und zu finden? Sollte glauben dürfen אני ואפסי עוד, nicht vielmehr daraus die Lehre ziehen, daß das größere ihm verliehene Können ein höheres Muß bedeutet, daß er die ihm innewohnende Schaffenskraft zu Wohl und Nutz der Mitwelt wirkend und werkend einzusetzen hat? כי האדם עץ השדה, führt doch dieser und ähnliche Aussprüche der Bibel ihm drastisch vor Augen, wieviel Gesetzmäßigkeit des Lebens ihn mit der Pflanzenwelt verbindet und gleichstellt, auch in demjenigen, was er auf Erden soll! — Eines freilich scheidet ihn doch von jenen, eines hat er vor ihnen voraus. Sie erfüllen den ihnen zugewiesenen Beruf recht und schlecht, ohne dafür Lohn und Anerkennung einzuheimsen; der Mensch dagegen darf für seine Pflichterfüllung auf diese Gegenleistung rechnen — und rechnet mit ihr wohl auch. — Sei jeder sich dessen bewußt, daß dieser Anspruch auf Lob und Ehre nur demjenigen zusteht, der זורע זרע war, der nützliche Arbeit geleistet, nicht nur an sich, sondern auch an seine Mitgeschöpfe, auch an die Mitwelt denkt und für sie Aussaat streut. Die äußerliche Ehrung, so lautet die Entscheidung unserer Sn חכמים, schuldest du dem Alter an sich und um seinetwillen; aber והדרת, die dem Innern entströmende, durch Liebe getragene Verehrung, die im הידור ihren Ausdruck sucht, sie steht nur dem ת״ח zu, dessen Sein gelebte Thora ist, der den ewigfrischen Bronnen seines Wissens und Könnens nach außen sich ausströmen läßt, מזריע זרע! * * * Nachwort. Der eine oder der andere meiner Leser möchte vielleicht die Neigung verspüren, zwischen den vorstehenden Ausführungen und dem Lebensbild des Mannes, zu dessen 70. Geburtstag dieses Heft des Nachlat-Zwi als Ehrengabe erscheint, Beziehungen herzustellen. Ich lehne die Verantwortung dafür ausdrücklich und nachdrücklich ab! Denn ich mag die nicht ganz kurzfristige Freundschaft, die mich mit P. K. verbindet, nicht auf das Spiel