Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 59)
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145 zu treiben, nur Schaden stiften kann. Er wehrt sich auch gegen das Eindringen fremder Anschauungen ganz im gleichen Sinne wie der חתם סופר זציל. Einen sehr breiten Raum in seinen Reden wie in seinem Leben nimmt der Kampf für jüdische Sittlichkeit, für צניעות ein. Als die Gemeinde Triesch mit ihm über seine Rückkehr aus Pilsen-Klattau nach Triesch verhandelte, war eine seiner Hauptbedingungen, daß die strenge Scheidung der Geschlechter in der Gemeinde eingehalten werden muß und daß die Frauen und Mädchen nicht mit entblößten Armen öffentlich erscheinen dürfen. Er wollte auch die alte Art der Haarverhüllung bei den Frauen aufrechterhalten wissen. — Als er einmal bei einem Hochzeitsfeste gefragt wurde, ob man nicht einen Tanz arrangieren dürfe, antwortete er: ״Ja, tanzen dürft Ihr, aber nur zu zweien.‘‘ Als man ihn erstaunt fragte, das geschieht ja immer nur so, antwortete er, ״nein, es geschieht niemals so, denn es tanzt immer ein Dritter mit, das ist der Jezer hora, der böse Trieb.“ Mit besonderer Wucht wendet er sich in vielen seiner Reden gegen die furchtbare Sünde des לשון הרע, der üblen Nachrede. Im יבין שמועה zu שמות führt er aus: לשון הרע ist fast die schwerste Sünde in der ganzen תורה. Denn Mord an dem Nächsten ist eine sehr schwere Sünde. In gewissem Sinne noch schwerer ist die Verleitung zur Sünde und am allerschwersten der Selbstmord. Nun sagen aber die Weisen, daß üble Nachrede drei Menschen tötet, den, der sie spricht, den, der sie annimmt, und den, den sie betrifft. Wer also לה״ר redet, begeht in gewissem Sinne die drei schwersten Sünden zusammen. Er tötet sich und den Verlästerten und verleitet den Hörer zur Sünde. An anderer Stelle deutet er an, daß לה״ר sich gern gerade gegen hervorragende Menschen wendet, aber dann umso tadelnswerter ist. Ganz für unsre Zeit geschrieben sind die zahlreichen Stellen, in denen er die Leiden und Nöte seiner Zeit deutet als die Mahnungen Gottes an das Geschlecht zur Rückkehr. Mit glühenden Worten spricht er von der גאולה. Das auffällige Wort von ״ "ייתי ולא אחמיני" *רבאEr möge kommen, ohne daß ich ihn sehe“, deutet er im Gegenteil als Ausdruck eines innigen Sehnens nach der Erlösung Jisroels. Das Wort müsse übersetzt werden: ,,Möge er uns kommen, auch dann, wenn ich ihn nicht sehe“, d. h. wenn ich nicht würdig wäre, ihn zu erleben. Die Erlösung der Gesamtheit galt ihm höher.