Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 39)
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125 leistete. Soweit die Jewish Agency in Betracht kam, trat vor dieser Rechnungslegung das Kernproblem, die Araberfrage, sehr* stark in den Hintergrund. Einen wirklich konstruktiven Gedanken scheint die Agency in dieser Frage nicht zu besitzen. Bei aller Kritik wird man mit der Anerkennung nicht zurückhalten dürfen, daß die Agency vor der Kommission ein Bild entrollen konnte, das Zeugnis von Tatkraft, Sachkunde, Opfermut, Unternehmungsgeist und Zukunftsglauben in allen Angelegenheiten ablegt, die vom Rationalismus, der durchaus gefühlsbetont sein kann, zu betreiben sind. Der Gesamteindruck war gleichwohl, nicht nur für den thoratreuen Menschen, ein äußerst unbehaglicher. Man hat zunächst Herrn Weizmann eine ״große Rede44 halten lassen, die es immerhin für erforderlich hielt, die Beziehungen des jüdischen Volkes zum Lande nicht nur auf das Mandat zu stützen, sondern auch die Vergangenheit zu Hilfe zu rufen. Dann ging man ״zur Sache44 über. Von Alijoh und Zertifikaten sprach man, von Bodenerwerb und Bodenerschließung, von Gesundheit und Fürsorge, von Handel und Industrie, und auch ein wenig vom Schulwesen. Man sah sich dabei von Zeit zu Zeit der unverhohlen hervortretenden Ironie des Vorsitzenden ausgesetzt, die man nicht ohne weiteres zurückweisen mochte. Dann trat der Waad Leumi in die Erscheinung, dem sich das ״Oberrabbinat44, die Religion, organisch einfügte, ohne an der völligen Areligiosität der Mehrheit dieses obersten Organs der ״religious Corporation44 irgend welchen Anstoß zu nehmen. Den Beschluß machte der offene Kampf um die Auslegung des Mandats. Dazwischen kam die Aguda, und danach kamen die Araber. — Ironie gründet sich meist auf ein vorhandenes Mißverhältnis zwischen subjektiv auf genommener und objektiv vorhandener Wirklichkeit. Ironie ist nicht selten Selbstwehr gegen ein über dieses Mißverhältnis sich regendes — Mitleid. Nie ist die nationalgeschichtliche Selbstaufhebung, die letzten Endes der Zionismus bedeutet, nie aber auch der tragische Konflikt zwischen der, als Preis für die nationalgeschichtliche Selbstaufhebung, laut subjektiver Meinung gewonnenen völkergeschichtliehen Position und der völkergeschichtlichen, der politischen Wirklichkeit deutlicher hervorgetreten als bei diesen denkwürdigen Verhandlungen vor der Royal Commission. Dieser tragische Konflikt war es, der die Ironie hervorlockte. Es hätte statt Ironie auch tiefstes Mitleid sein können. —