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Nahalat tsevi · 1937-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1937) · p. Seite 126

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 4-6 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 126 (sequence 40)
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126 Vor der Kommission stand da wahrlich nicht das Volk der Bibel, das Volk der ungezählten Märtyrer für Gott und seine Thora, das Volk, das die Kulturwelt beten lehrte und, als das! Gewissen der Welt, sich für Gottes Sieg auf Erden verantwort־ lieh weiß. Vor der Kommission stand da ein Volk, das durch irgend ein grausames Verhängnis, und wäre es auch nur, weil es fatalerweise ״nicht vergessen kann“, sich viele Jahrhunderte höchst zigeunerhaft in der Völkergeschichte herumgetrieben hat, eine sich bietende Gelegenheit aber benutzen will, um in sein! inzwischen längst anderweitig besetztes Land, das es in grauester Vergangenheit einmal besessen hat, zurückzukehren. Durchaus gescheite, durchaus fähige und tüchtige Menschen, gar nicht ein־ mal unsympathisch, aber grenzenlos — naiv. Denn die Araber — wollen nicht. Wollen nicht, wiewohl man ihnen haarscharf vor־ rechnet, welche Vorteile ihnen aus der ״Rückkehr“ dieser geschichtlichen Abenteurer erwachsen könnten. Denn diese Abenteurer, ob sie auch mit den Jahrhunderten ihrer Wanderschaft und den Idealen dieses ganzen unglückseligen Zeitraums gründlieh gebrochen haben und weiterhin zu brechen bereit sind: eines wollen sie dennoch nicht: sich mit den Arabern, selbst nur kulturell, irgendwie zu vermischen. Sie wollen von den Arabern getrennt, sie wollen eine selbständige Nation sein. Warum eigentlieh? Etwa, weil die Thora es gebietet? Aber was kümmern sich diese Menschen um ein Gebot der Thora! Gebietet die Thora nicht auch die Sabbathhut, und ist man nicht gleichwohl bereit, wenn es sein muß, die Thora und ihren Sabbath zu schänden? Aber man will eben eine selbständige Nation sein. Die Frage nach dem Warum ist gar nicht gestattet. Fragt jemand das englische Volk, warum es Nation bleiben will? Schließlich bedeutet ja doch Zionismus nationale Selbstbejahung genau in dem gleichen Sinn, wie etwa der englische Nationalismus die englische Nation bedingungslos bejaht. Zwar ist da noch ein kleiner Unterschied. Die englische Nation sitzt auf England, indes die jüdische Nation einstweilen in Palästina die Minderheit bildet. Aber ist man denn nicht gerade zu dem Zweck, unter Lossagung von der ganzen bisherigen Nationalgeschichte, in die Geschichte der Völker ein־ getreten, um eine ähnliche Position zu erlangen, wie das eng־ lische Volk sie besitzt? Und ist man nicht auf diesem Wege zur Belfourdeklaration, zum Mandat gelangt, das uns inmitten der Völkergeschichte den entsprechenden Platz anweisen will? Hier mündet alles ins —- Mandat. Nicht mit Gottes Thora

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