Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 33)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2551369-2551418-2551421--2535-2554061- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
119 Und so dornenvoll und entsagungsreich der Weg auch sein mag, den die jüdische Lebensbestimmung sie führt, auf dem Weg zum Moria und Chaurew winkt ihrem Leben unendliche, nimmer schwindende Befriedigung und Beglückung: über alle Zeitenschwere und Zeitennot hebt das große Bewußtsein sie empor, mit ihrem Leben dem Gotteswillen gedient zu haben, mit ihrem jüdischen Leben, wenn auch an bescheidener Stelle, der Herbeiführung jenes Völkermorgens zu dienen, der den auf Moriahöhe sich erhebenden Heiligtumsbau der Menschheitserlösung in seiner endlichen Vollendung zeigt: ״Am Ziele der Tage, da wird es sein, da wird der Berg des Gotteshauses gegründet sein auf dem Gipfel der Berge, getragen von Hügeln, und zu ihm werden hinströmen alle Völker“ — והיה באחרית הימים נכון יהיה הר בית ה, בראש ההרים ונשא מגבעות ונהרו אליו כל הנוים. Susa. (Ein Rückblick.) Da lieft man das Buch Efther und freut fidi dankbar des Wunders. Es würde vielen frommen, einmal auch zwilchen den Zeilen diefes Buches zu lefen; vielleicht erhält der Lefer dann auch Antwort auf die Frage, wie waren denn Sufas Juden vor dem Ereignis, welches in diefem Buche erzählt wird. Zwei Quellen erfchlie&t Efthers Rolle zur Vertiefung diefes Problems; auf der einen Seite Äußerung, Tat und Anordnung Efthers und ihres Onkels Mordechai, auf der anderen das, was des Königs Ahasveros erfter Minister vortrug und behauptete. Als das greifbarfte Refultat des gottgefügten Umfchwungs vernehmen wir, da& da ein Mann war, der der Mehrzahl feiner Brüder genehm war, zwar nicht bei allen, aber doch immerhin bei den meiften. Dies alfo war bemerkenswert genug, um am Schluffe des Buches verzeichnet zu werden. Es muh alfo vorher daran gefehlt haben. Und wir, einft trunken in der Schlammflut des Individualismus, wir können es uns fo gut vorfiellen, wie verpönt bei den vermeintlich fo ״glückliehen״ Juden im alten Perferreiche der Gedanke einer Autorität war; das Menschliche vergeffen und das Allzumenfchliche an jedem anderen doppelt und dreifach zu unterftreichen, das war ja wohl immer das Kennzeichen einer folchen Epoche, deren zweites unfeliges Kind die Lieblofigkeit ift. Das hatte mit Scharfem Blick des