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Nahalat tsevi · 1937-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1937) · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 4-6 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 118 (sequence 32)
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IIS In den langen Zug der hehren Gottesmänner, die das seherische Auge Rabbiner Kirschs erschaut, hat auch er sich eingereiht und reicht uns von dort in stürmischer, noterfüllter Zeit seinen Chaurew. Vor hundert Jahren hat der Geist des Chaurew ein Rettungswerk von historischer Größe vollbracht: er hat jüdischen Mensehen, die sich in den hochgehenden Zeitenstrom hineingerissen sahen, das Vertrauen zu ihrem heiligsten Lebensgut, das Vertrauen zu sich und ihrer gottgewollten Lebensbestimmung wiedergegeben, hat eine jüdische Jugend mit der Kraft ausgerüstet, das Kulturleben einer großen unjüdischen Umwelt, in deren Mitte sie sich hineingestellt sah, mit jüdischem Auge und jüdischem Geist zu werten und sich der heiligen, unvergänglichen Lebensgüter, die der Sinai ihr reicht, stolz bewußt zu bleiben und ihrer Verwirklichung zu leben. Haben die Zeitenstürme sich inzwischen gelegt, tosen sie nicht vielmehr mit unheimlich erhöhter Stärke? Ist unsere Jugend nicht mehr denn je hineingestellt in eine fremde, unjüdische Kulturwelt mit ihren Gefahren und Prüfungen überall, wohin der wandernde Fuß sie trägt, und; nicht zuletzt — wehe, daß es gesagt werden muß — auf heimatlichem Boden?! — Mehl* denn je muß der Geist des Chaurew unsere Jugend erfüllen, wenn sie den schweren Forderungen des Lebens gerecht werden will. Mehr denn je muß der Geist des Chaurew und der von ihm gewiesene Erziehungsweg zum Sinai unserer Schule und Jeschiwa das Gepräge geben, wenn sie sich als die unersetzlichen Rüststätten bewähren sollen, in denen unsere Jugend die Waffen zu führen lernt, die allein sie befähigen, den schweren Lebenskampf als aufrechte, starke Juden zu bestehen. Der Geist des Chaurew reicht ihr die Wegzehrung, die sie braucht, mehr denn je braucht, um auf der Wanderung, auch fern vom heimischen Milieu, die jüdische Stärke und den jüdisehen Mut, den jüdischen Stolz und die jüdische Lebensfreudige keit sich zu bewahren. Solange dieser Geist unsere Söhne und Töchter beseelt, wird das Gift der Unreinheit und Weihelosigkeit, der Besitzgier und Lebensgemächlichkeit ihre Kraft nicht verzehren; werden sie vor den Kämpfen nicht zurückschrecken, auf die ihre Erziehung sie vorbereitet hat: sie werden sie sieghaft meistern.

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