Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 29)
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Damit aber erschließt sich tiefes Verständnis für die jüdische Mission: Israel bringe in seinem Leben den Gotteswillen zur rückhaltlosen Verwirklichung, es räume in seinem Leben dem Gotteswillen den Herrscherthron ein und harre zuversichtlich des Augenblicks, da es als Träger des ״Lichts“ und Bringer des ״Friedens“ (Jes. 52) cherubimgleich einer nach Erlösung sich sehnenden Menschheit den Weg in die ewige Heimat weist. Und aus solcher Erkenntnis strömt einzig großes, weil einzig wahres jüdisches Selbstbewußtsein, wie es die Propheten mit leuchtenden Zügen gezeichnet. Mit ihm lehrt der ChaureW sich erfüllen. Mit ihm sich erfüllen aber heißt: endgültig abstreifen unjüdische Halbheit und Schwäche, sich unüberwindlich stark wissen im Besitz des göttlichen Lebensguts, mit unerschüt־ terlichem Vertrauen sich wappnen, um mit zukunftsicherem Siegeslied auf den Lippen selbst die finsterste Galuthnacht zu durchdauern. — Das ist der Geist, den die glutvollen Blätter des Chaurew atmen: kein Chaurew ohne Moria, aber auch kein Moria ohne Chaurew. — Das Judentum und das jüdische Volk nicht denkbar ohne Thauro, wenn aber Gottes Thauro, dann ist das jüdische Volk als Gottesvolk und das jüdische Land als Gottesland gottgewollte Notwendigkeit! — Alle späteren Werke Rabbiner Hirschs זצ״ל haben diesen Forderungen die tiefe Begründung und wissenschaftliche Darlegung gegeben, so daß sich ihm dann der ursprünglich ins Auge gefaßte erste Teil, der systematische Aufbau des Moria, erübrigte. — ♦ * ★ Das Titelblatt seines Chaurew aber versah er mit dem Motto: ני נדחה קראו לך, ציון היא דורש אין לה, tmd er gab diese Prophetenbotschaft mit den Worten wieder: ״Wenn auch Verstoßene man dich nennt, Denkmal bleibt’s, Forscher fehlt ihm nur!“ Das ist auf den ersten Eindruck kühn und eigenartig — und doch, nicht anders konnte er in der Stunde, da er die Feder, die den Chaurew schrieb, aus der Hand legte, dieses Prophetenwort wiedergeben. Dieses Wort stand ihm, wie alle Prophetenworte, ganz! besonders vor Augen, als der Chaurew sich aus seiner Glutseel^ ergoß. ( In ihm gipfelte die Botschaft, die Jirmeja (K. 30) in das Galuth seines Volkes hinausrief, da er in Gottes, ה' צבאות, Namen» es als gewisseste Verheißung aussprach: עת צרה היא ליעקב וממנה יושע, daß keine Leidenszeit so schwer, aus der Jaakauw nicht Rettung