Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 28)
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114 ״Träger göttlichen Werkzeugs seid ihr“ (Jes. 52)! Diese heiliggroße Mahnung durchzieht den Chaurew von Anfang bis zu Ende. Und wie die Propheten nicht müde werden, uns Erez Jißroel zu zeichnen, daß wir es herauserkennen aus den Ländern der Erde, ihnen Erez Jißroel unlöslich mit Zion und Jeruscholajim verknüpft ist: Erez Jißroel der Boden eines Gott heiligen Volkslebens, ihm Zion ragendes Denkmal des göttlichen, lebengestaltenden Herrscherworts, zu dessen Füßen Jeruscholajim in huldigender Hingabe das reiche, vielgestaltige Leben breitet, so steht er in seinem Chaurew — man denke nur an die großen Kapitel von תפלה und עבודה — mit den Propheten auf den Zinnen dieses Jeruscholajims als treuer Wächter, unablässig bemüht, zu wachen und zu mahnen, zu werben und Hand anzulegen, daß sein Volk einst als ״heiliges Volk“, als die ״von Gott Erlösten“ (Jes. 62) tausendjährigen Galuthstaub von sich abschüttle. — Mit den Propheten lehrt der Chaurew den Sinn des G a 1 u t h begreifen, ist ihm Geula kein Glaube, sondern Notwendigkeit für Israel und die Menschheit, so wahr ein Gott lebt, der Ge-; schichte und Menschheitsentwicklung dem von Ihm gewollten Ziele entgegenführt (Sech. 9)! Galuth Jißroel nichts als erneute ״Wüstenwanderung“ (Jech. 20,35), der einzig mögliche Weg, der Israel einst geläutert zu seiner Heimat zurückführt. Mit den Propheten lehrt er Israels historische Sendung im Zusammenhang mit den großen weltgeschichtlichen Erscheinungen verstehen. Aus allem sinnverwirrenden, blendenden Scheinleben lenkt er mit den Propheten unablässig den Blick auf das הבל, auf die ״Vergänglichkeit“, der Gott verkennende Bestrebungen immer noch anheimfallen, auf die traurigen ״Trümmer“, von denen die Weltgeschichte besät ist, auf die gräßlichen Opfer, die die ״Flammen des sich wälzenden Schwertes“ unaufhörlich fordern, auf die finstere ״Nacht“ (Sech. 1), in der Menschenwahn ohnmächtig dahindämmert, und erhebt mit den Propheten im Anblick der erschütternden Zeugen menschlicher Torheit Gottes ewige Forderungen und kündet Gottes ewige Bereitschaft, einer irregegangenen Menschheit erneutes Paradiesesglück zu erschließen, das den Jammer beendet, unter dem sie, sich selber mordend, erliegt. Ihm ist mit den Propheten Inhalt der Geschichte: Kampf wider Zion-Jeruscholajim (Sech. 12). Die sieghafte Anerkennung der von Zion-Jeruscholajim geforderten Lebensgestaltung bringt einer Menschheit die Geula, Sabbatfrieden einer ganzen Welt.