Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 21)
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nähme göttlicher Gebote zu entscheiden — lieber Leser, lasse mein Buch ungelesen, es war nicht für dich geschrieben.“ Es ist der Geist des נעשה ונשמע, der durch den Chaurew weht, der die jüdische Seele übermächtig erfüllt, sobald sie sich vor den Sinai gestellt weiß. — Klafft aber da nicht die Lücke? Was vermag der Chaurew den vielen, vielen zu geben, die von solcher אמונה nicht erfüllt sind, den Fernen oder gar Entfremdeten, die den Weg zum Sinai nicht finden oder in seinen Anfängen stehen geblieben sind, weil er nur für die geschrieben ist, die den (vielleicht von ihnen geneideten) Vorzug besitzen und so glücklich sind, dem Thorawort des Judentums in seiner mündlichen und schriftlichen Ueber- Lieferung ein kindliches Vertrauen, d. h. אמונה entgegenbringen, zu können? — Kein größerer Irrtum als der. Diesem Irrtum waren bereits! die 19 Briefe in ihrem zweiten Brief entgegengetreten, da sie) dem mit dem Judentum und seiner Zugehörigkeit zum jüdischen) Volke hadernden, weil vom Judentum nicht erfüllten Freund bedeuten und ihm zur Pflicht machen: Judentum und jüdische Volksbestimmung erst kennenzulernen aus der einzigen Quelle, aus der diese Erkenntnis gewonnen werden kann, aus Thaura — und von ihm fordern: ״Als Juden wollen wir sie lesen, d. h. als ein Buch, uns von Gott gereicht, daraus uns selber zu erkennen, was wir in unserem irdischen Hiersein sind und sollen. Als Thauro, als Unterweisung und Zurechtweisung für uns in Gottes Welt und Menschheit, als eine Erzeugerin des Lebens in unserm Innern. — Wir wollen ja Judentum erkennen, müssen uns darum ins Judentum versetzen und uns fragen: Was werden Menschen sein, die den Inhalt dieses Buches als ihnen von Gott geoffenbarte Lebensboden und Regel erkennen. — Nur erst wenn Sie also das Judentum aus sich erkannt, es erkannt haben, wie es sich selber gibt, und es dann in sich unhaltbar und verwerflich gefunden, — dann mögen Sie, wenn Sie wollen, den Stein darauf werfen.“ Einer solchen Darstellung des Judentums möchte der Chaurew dienen, wenn er die ״denkenden Söhne und Töchter Jißroels“ vor den Sinai stellt, um ihnen das Leben aufzubauen, das von diesem Sinaiwillen das Gepräge erhält, damit vom Choreb ihr Weg zu Moria führe. Deshalb ist kein Abschnitt im Chaürew mit solch werbender Kraft und so heiß geschrieben als die Kapitel, die das ״Thorastudium“ dem Juden zur ernsten und heiligsten Pflicht machen.