Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 20)
- Belongs to
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— — ist ja ganz allein Gottes, des Alleinen; wer anders hätte nun über dies alles zu verfügen, als Gott der Alleine?“ Der Chaurew setzt demnach bereits die Anerkennung der jüdisches Leben erfüllenden und gestaltenden gesetzlichen Be- Stimmungen als Gottes Willen voraus und sieht in diesem Gotteswillen deren alleinigen Verpflichtungsgrund. Einem von! אמונה erfüllten Bewußtsein möchte er das vom göttlichen Sinais willen erfaßte Leben aufbauen und ihm diesen Sinaiwillen, zu dessen Aufnahme und restloser Verwirklichung Geist und Gemüt und Wille sich bereitstellen, in zager Scheu und kindlicher! Demut zu deuten versuchen. Einem solchen von felsenfester אמונה erfüllten Bewußtsein! kann er als Leitmotiv seiner Deutungsversuche die ehernen Worte zurufen: ״Wäre uns daher auch jedes göttliche Gebot ein Rätsel, und drängten bei jedem sich tausend ungelöste und unlösbare Fragen uns auf: in nichts wäre dadurch die Verpflichtungskraft der Gebote geschmälert. Wir haben auf die Frage: ״warum habe ich dies zu erfüllen, jenes zu lassen?“ immer und immer für all und jedes Gebot und Verbot Gottes nur eine Antwort: weil es Gottes Wille ist, und du Gottes Diener sein sollst mit jeder Kraft und jedem Mittel und jedem Lebenshauch. Und diese Antwort ist nicht nur eine ausreichende, sondern sie ist überhaupt wesentlich die einzig mögliehe; bliebe selbst wesentlich die einzige, wenn wir selbst in. den Grund jedes Gebotes einzudringen vermöchten, oder uns Gott selbst die Gründe Seiner Anordnung enthüllt hätte; wir hätten sie immer nur zu erfüllen, nicht weil dies oder jenes der Anordnung zu Grunde liege, sondern weil Gott sie angeordnet hat; wie wären wir anders Gottes Diener? wie gehorchten wir anders Gott? —“ Gottesdienerschaft, das ist ihm die einzig mögliche und auch ausreichende Antwort. Denn wären wir noch Gottesdiener, über deren Leben der Gotteswille allmächtig zu bestimmen hat, wenn nicht Gott unserem Leben die Weisung zu geben hätte und unser der hingebungsvollste Gehorsam wäre? — Und so heißt es schließlich weiter: ״Nicht eine einzige Zeile in diesen Versuchen ward — in der Absicht geschrieben, etwa eine Verteidigung der göttlichen Gebote zu versuchen, weil auch nur der Gedanke eines solchen Versuches mir als die Göttlichkeit der Gebote verneinend und somit als sich außer dem Judentum versetzen erschiene. — Wenn du also, mein Leser, etwa eine Verteidigung der göttliehen Gebote, deinen Neigungen, Ansichten und angenommenen Lebensgrundsätzen gegenüber, von meinem Buche erwartest, — wenn du es darum etwa mit Richtergesinnung zur Hand nimmst, um etwa darin, wie aus dem Munde eines Anwalts, ein pro und contra über unsere heiligsten Angelegenheiten zu vernehmen, und dich danach über die Annahme oder Nichtaii-