Mannheim
Compact Memory

Nahalat tsevi · 1937-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1937) · p. Seite 104

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 4-6 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 104 (sequence 18)
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2551369-2551418-2551421--2520-2554046
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

104 auf die Flammenglut, die seine eigenen Söhne angezündet. Nieder brannte der Tempel, nieder brannte der Vorhang — und zum Allerheiligsten drang die Glut — und verzehrte die Tafeln und das Gesetz — und von Zijauns Höhen strömte das Feuermeer herab durch Länder und Städte und brannte alles Hohe und Heilige nieder, bis die Erde eine dampfende Wüste ward und auf der großen, weiten, öden Brandstätte das Feuer erlosch.“ — Aber dieser Vision folgte eine andere von wunderbar er habener Schöne: ״Und aufging am östlichen Himmel ein Strahl tagenden Morgens, und hervortrat ein langer Zug hoher Männergestalten in glänzend weißen Gewändern. — Es waren Jißroels Aelteste und Richter, Propheten und die Männer der großen Versammlung und die Weisen des Talmuds und die Rabbinen. — Und an der Spitze der großen, erhabenen Reihe stand Mauscheb als Führer, und von seinem Angesicht strahlte nieder der himmlische Abglanz — und an dem Strahl entzündete sich der Leuchter, der einzig übergeblieben in der Zerstörung des Heiligtums. Und wie das Lichtmeer den Leuchter umfloß, — siehe, da stand der Tempel in seiner erhabenen Ruhe, und der Altar und der Tisch erhob sich, und der Vorhang wallte vor dem Allerheiligsten nieder, und in der Lade ruhte wieder das göttliche Gesetz, geschützt unter Gottes Cherubim — und die Erde füllte sich wieder mit Segen und Freude. Zu mir aber trat Mauscheh heran! konntest du zagen, mein Sohn, als du den Kampf des Wahns gegen die Wahrheit, der Menschen gegen Gott gewahrtest? Den Himmel rückte der Wahnsinn von der Erde; nannte mein Werk, was Gottes Werk war, nannte die Täuscher und Lügner, die treue Boten göttlichen Wortes gewesen! Darum konntest du zagen!“ — Und er zögerte nicht. — Das war die Geburtsstunde des Chaurew. So groß und schwer auch das Werk war, die unendliehe Bescheidenheit, mit der er ans Werk ging, gab ihm den Mut. Denn seinen Chaurew schmückte er mit Leitsätzen, und auf der Rückseite des Titelblattes stand die Mischnaweisung: לא עליך המלאכה לגמור ולא אתה בן חורין להבטל ממנה Dir liegt nicht ob, das Werk zu vollenden, — du bist aber nicht befugt, müßig zu bleiben! Das lieh ihm Mut und beflügelte sein heiliges Unterfangen. Es galt, das Flammenlicht der Menora, die vom Sinai-Choreb ihre ewige Nahrung empfängt, aufs neue in den Herzen und Gemütern von ״Jißroels denkenden Jünglingen und Jungfrauen“ zu entfachen, — das Leben dem Chaurewgeiste zurückzu־ gewinnen, auf daß aus dem wiedergewonnenen Chaurew-Leben der stolze, weltgeschichtliche Moria-Zionsbau im Bewußtsein seines Volkes in verjüngter Schöne wieder erstehe. — Zu diesem großen heiligen Werk weihte Mosche Rabbenu seinen Jünger,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.