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Nahalat tsevi · 1937-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1937) · p. Seite 102

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 4-6 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 102 (sequence 16)
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102 ץ sich göttlicher Sinaiwillen an, ein Volk ins Dasein zu rufen, dessen Weg vom Choreb zu Moria führen sollte, auf dessen Gipfel das Zionsheiligtum ragend sich erhob, das göttliches Chaurewgut als Israels Lebensseele barg, das sein Volks- und Staatsleben: heiligend und weihend durchdringen sollte, weithin leuchtend in die Nacht einer irregegangenen Menschheit, bis einst Sehnsucht und Erkenntnis zu jenem gottgewollten Ziel weltgeschichtlicher Entwicklung führt, da, wie der Prophet (Jes. 2) es sieht, Berge und Hügel sich senken und Zion-Moria, von Bergen und Hügeln, gehoben, einer Menschheit den Weg zur endlichen Erlösung weist. Moria gibt dem Chaurew seine weltgeschichtliche Deutung. Oder mit anderen Worten: Moria deutet den weltgeschichtlichen Sinn des göttlichen Chaurewwillens, den Sinn des Judentums, den Sinn des jüdischen Volkes, was Judentum in Beziehung zur geistigen Umwelt will, deutet die Stellung des jüdischen Volkes inmitten der Menschheit und läßt die Menschheit als Erschei1־ nung göttlichen Schöpferwillens begreifen, die im Zusammenhang mit dem großen Schöpfungsganzen ihre einzige Sinngebung aus! Gott allein empfängt. Diesen erhabenen Bau konnte auch die traurige Katastrophe, die das sichtbare Moriaheiligtum traf, konnte auch der Untergang des jüdischen Staates und die Zerstreuung des jüdischen) Volkes nicht erschüttern; denn göttlicher Waltungswille sichert seinen ewigen Bestand und gewährleistet ihm endliche Vollendung. Und da wagten vor hundert Jahren verbrecherische, wahnwitzige Hände das Attentat gegen Moria und Chaurew und stürmten mit Fackelbrand gegen Moria und Chaurew! Hören Sie die grausig lallenden Worte, die die schmerzlich zuckende Feder Rabbiner Hirschs solchen Stürmern leiht, deren Sprecher er den bezeichnenden Namen des wahnsinnigen Perez gibt. Hören Sie ihn zu Beginn von ״Naphtalis Briefwechsel“: ״Neunzehntes Jahrhundert! Glückliches Jahrhundert des Lichts und der Freiheit! Glücklich wir, die wir in deinem Geiste wandeln! Du hast gebrochen die Ketten der Nacht, dein Strahl hat Licht und Leben geweckt, wo jahrtausendelang Nacht- und Gräberdasein gehauset. Deinen schönsten Sieg feierst du im Judentum — jetzt! Sehet das Judentum, jahrhundertelang in den Banden pharisäischer Formenstarrheit, jahrhundertelang geschmiedet an die Kette einfältiger Menschensatzung, jahrhundertelang unter Dolch und Kolbenstoß, unter Druck und Jammer sich sträubend gegen jeden Anschluß an europäische Zivilisation — deinen Strahl empfindet’s, neunzehntes Jahrhundert, — und was Druck und Gewalt nicht vermocht, deiner Milde gelingt’s! Du schmelzest das tausendjährige Eis der starren Formen, in deinem Geiste schütteln wir ab die Kette pharisäischer Deutung, setzen

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