Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 15)
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101 der Chaurew als zweiter Teil zuerst erscheinen mußte. Ungewöhnlieh ist die Sprache, ungewöhnlich das Bild, das diese Rechtfertigung enthielt. ״Ein Kind sehe ich in Flammen; die Umstehenden stehen ängstlich untätig oder suchen nur das Gebäude zu retten. Ich sehe das Kind — und stürze hinein; darf ich den Nachbar erst fragen, ob er auch das Kind sehe; darf ich mich drum kümmern, ob ich im Hinandrang manchen Nachbar vielleicht blutend stoße; darf ich danach fragen, ob ich durch meinen Hineinsturz fürs Kind die Rettung des Gebäudes vielleicht verzögere oder dem Feuer neuen Zugwind eröffne? — ״Aber wenn Sie es nun zu spät gesehen, und ehe Sie hinangelangt, stürzt das Gebäude über das Kind prasselnd zusammen?“ — Und begrübe es mich mit, — ich hätte getan, was mir Pflicht.“ Was er mit diesem Bilde sagen wollte? Judentum in Gefahr! Vermessene, wahnwitzige Hände hatten die Brandfackel an das heilige Gebäude gelegt. Er aber sieht das; Kind in den Flammen, köstliches Leben bedroht. Sein einziger Gedanke gilt vor allem der Rettung des Lebens. Diese rettende Tat bahnte der Chaurew an. Dürfen wir uns da wundern, wenn! seine Blätter von lohender Fieber- und Flammenglut erfüllt sind? Das Gebäude in Flammen und auch das Kind von Flammen bedroht, Judentum und jüdisches Leben — d. h. für ihn Moria und Chaurew — aufs äußerste gefährdet, und er stürmt den; steilen Weg zum Chaurew hinan, um das Kind, um das Leben zu retten. Denn sein Ohr vernimmt die erschütternde Klage vom Horebgipfel: ״ אוי להם לבריות מעלבונה של תורהWeh den Menschen ob der Verkennung der Thora!“ — Nicht Rettung des Chaurew, — um den Bestand des Chaurew, um den Bestand der Thauro zittert er nicht, braucht er nicht zu zittern, denn sie׳ ist göttlich und überdauert den Ansturm verbrecherischen Wahnwitzes, — aber um das Leben zittert er, das nur durch den Chaurew genährt und gespeist werden kann; diesem gefährdeten Leben gilt’s den Chaurew zu erretten, deshalb stürmt er die steile Höhe zum Chaurew, um mit seinem ״Chaurew“ dem gefährdeten Leben den einzigen Lebensquell zu sichern. Moria und Chaurew — zwei Gipfelpunkte göttlicher Ge- Schichtslenkung. Auf Moria weihte einst Awrohom sich und seine Kinder dem Akedawillen göttlicher Führung, erlebte Awrohoms Berufung und welthistorische Sendung ihre ideale Vollendung: Seitdem verkörpert sich in Moria Israels ideale Vollendung״ stellt sich in Moria der Gipfel jener idealen Vollendung dar, zu der sich Israel inmitten der Berge und Hügel weltgeschiehtlieber Erscheinungen erheben soll. Auf Chorebs Höhen schickte