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Nahalat tsevi · 1937-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1937) · p. Seite 91

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 4-6 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 91 (sequence 5)
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In einer noch viel wesentlicheren Beziehung steht das Judentum zu der weltgeschichtlichen Erkenntnis, die einen so bedeutenden Eang unter den von jeder wahren Jugendbildung anzustrebenden Zielen einzunehmen berechtigt ist. Ist doch das Judentum ganz eigentlich eine weltgeschichtliche Institution. In der Entwickelung der Menschheit ist ihm der Boden seines Ursprungs gewiesen, ein von der Entwickelung der Gesamtmenschheit zu erreichendes Ziel ist ihm als Ziel seiner eigenen geschichtlichen Erscheinung gesteckt, und die Wahrheiten, die es als sein Symbolum zu dem geistigen Gedanken-Symposion der Völker zu bringen hatte, haben überhaupt erst die Idee einer Geschichte der Menschheit ermöglicht. Dem Judentum entstammt die Erkenntnis, die das gesamte Menschengeschlecht als eine durchaus einheitliche, in ebenbürtiger Gleichheit zu würdigende Familie begreift, deren gesonderte Stämme bei aller Verschiedenheit an Anlage, Begabung und geistiger und sittlicher Kulturentfaltung doch eins sind in dem einen geineinsamen Vater, in dem einen, allen gemeinsamen göttlichen Menschencharakter und in der einen, sie alle zu einem gemeinsamen Ziele der Gesittung des Heiles und des Friedens erziehenden göttlichen Liebe. Der Partikularismus, den man so hartnäckig dem Judentum andichtet, um Raum für die eigene Bedeutsamkeit zu finden und das fertige Schema einer religionsgeschichtlichen Pyramide nicht zu stören, wird ja von jedem Blatte seiner Bekenntnis- Schriften und von der faktischen Auffassung seiner Lehrer und Lehren widerlegt. Eben als die bis dahin einheitliche Menschenfamilie zu Völkertümlichen Gegensätzen auseinanderging, ward ja sein Abraham, der ״erste Jude, erwählt, um allen Familien des Erdbodens den Segen zu bringen“,1) und auf daß auch seine Nachkommen ihre weltgeschichtliche Mission nur im Hinblick auf dies der Menschengesamtheit zu bringende Heil begreifen mögen, ward, als diesem Abraham bereits ein seine menschengeschichtliche Sendung weiter tragender Enkel dastand, diesem Enkel dieselbe gesamtheitliche Segensbestimmung mit der Beifügung: ״und durch deine Nachkommen" wiederholt. 2) ״Um seinen Namen auf der ganzen Erde zu erzählen“, die Verbreitung der Gotteserkenntnis unter allen Menschen war von vornherein der ausgesprochene Zweck, als der Eine-Einzige bei geschichtlicher Gründung und Führung 1) 1. B. M. 12,3. 2) 1. B. M. 28,15.

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