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Nahalat tsevi · 1936-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1936) · p. Seite 85

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 85 (sequence 87)
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85 die Forfchungsweise verfchiedener Nationen aus ihrem Charakter zu erklären. W. Wundts *Nationen und ihre Philosophie' bildete 1918 *ein Kapitel zum Weltkrieg״. Jenes Schriftchen richtete sich in der Hauptsache gegen die angeblich einseitig uiilitaristifche Denkweise westlicher Völker. Es nimmt also nicht wunder, dab auch in der jetzigen national bestimmten Kulturepoche die Forfchung ähnliche Wege geht. Man mub.als Bekenner des überlieferungstreuen Judentums gestehen, dab Andre, Müller und Dacque diesem Wege ohne die sonst hierbei üblichen Ausfälle gegen das folgen, was uns heilig ist. Dacque insbesondere ist uns seit langem als ein Forfcher bekannt, der vorurteilslos auch diejenigen für seine Theorien verwertbaren Forfcher gelten läbt, die dem Judentum entstammen. In unserem Sinne jüdifch denkende Gelehrte sind das allerdings nicht. So wie die materi&listifch denkenden Forfcher sich gern auf die ihnen nahestehenden Forfcher jüdifcher Herkunft stützten, so haben auch die Vertreter des jetzigen deutfchen Neu- Idealismus keine Bedenken, die Ergebnisse der Forfchung von aus unserem Kreise hervorgegangenen Gelehrten sich zunutze zu machen; diese Denker, auf die insbesondere Dacque in seinen früheren Werken (*Leben als Symbol״ und *Urwelt, Menfchheit und Sage״) hin weist, sind die Angehörigen des Goldberg'fchen und Unger’fchen Kreises. Diese werden sich allerdings wundern, in der vorliegenden Schrift sogar Gedanken aus der kirchlichen Dogmatik und Mystik kosmifch und biologifch gedeutet zu sehen. Uns interessiert an der vorliegenden Schrift vornehmlich das, was fchon in den früheren Schriften von Dacque den Grundcharakter ausmachte: Die entfchiedene Abkehr vom Materialismus und vom Zahlen-Denken, - die ebenso entfchiedene Hinwendung zum Wesen- und Ganzheits-Denken. Dieser Grundcharakter ist ja auch das für uns Annehmbarste des sonst von wilden *gedankenkritifchen״ Hypothesennebeln uns verleideten Goldberg’- fchen Weltbildes. Es herrfchi in allen diesen Forfcherkreisen die Stimmung: An Einzelheiten und Erfcheinungsformen ist nun genug beobachtet worden; es ist Zeit, dem inneren Wesen der Naturerfcheinungen nachzugehen. Diese s. v. v. *metaphysifche Ungeduld״ erhält ihre Wirklichkeitsstützen durch exakt erforfchte und unleugbar gewordene Tatsachen wie den Teleologismus, d. h. die Zweckstrebigkeit vieler Lebensäuberungen des Pflanzenreiches, die hier mit grober Gründlichkeit und Allgemeinverständlichkeit dargestellt sind, sowie durch Beobachtungen auf dem Gebiete der Gehirnerkrankungen. Hier allerdings erfcheinen dem Nichtfachmann die

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