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Nahalat tsevi · 1936-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1936) · p. Seite 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 78 (sequence 80)
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75 die ״Kothel Maarowi“ besucht hat und in herzerfrischender Offenheit erklärt, daß sie gar nichts dabei empfand, auch nicht, daß sie selbst zu dem Volke gehöre, dem diese Mauer ein Heiligtum darstellt. ״Alte Leute kann man noch verstehen, wenn sie an einer Mauer stehen und jammern und schluchzen, wenn man aber junge Leute sieht, dann ist es kein Wunder, wenn man jegliches Verständnis verliert. Mit schwärmerischer Begeisterung wird 1ms eine Nachtfahrt von Merchawia berichtet,wo zwei Wagen voll gepackt mit Kindern jüdischer Eltern aus Deutschland Freitag nacht um 11 Uhr bei Vollmondschein ihr Tijul begonnen haben. Es kamen unterwegs weitere Wagen hinzu, sodaß im ganzen 6 Wagen Freitag Nacht einen Ausflug ins Emek unternahmen. Das Erschütterndste aber ist die Schilderung eines Rausch Haschanas in Tel-Chaj, der folgendermaßen verbracht wurde: 1. Tag Rausch Haschana. Zusammenstellung und Besprechung einer Wandzeitung mit einem Rechenschaftsbericht über das Leben der Genossenschaft. Musik, Aufführung eines ernsten hebräischen Sprechchors, Chor, Mundharm oni k a u n d H o r r a. 2. Tag Rausch Haschana, Sitzung von 10 bis 2, Thema: Arbeitsgebiete im kommenden Jahr, Festlegung der Menschenzahl in jedem Arbeitszweig. Der Schreiber dieses Briefs ist keineswegs unkundig des Wesens von Rausch Haschana und Jaum Kippur, auch wenn er aus liberalem Hause stammen sollte. Er sagte ganz deutlich, daß es schwer sei: gerade Rausch Haschana und Jaum Kippur einen Inhalt zu geben, wenn man den religiösen Inhalt fortnimmt, und gerade dies hat man bewußt versucht. Die Erfindungskunst, auch dem Jaum Kippur einen nichtreligiösen Inhalt zu verleihen, versagte. Man kam auf die Idee, jeder soll machen was er will. Von einem Pesach in Ejn C h a r o d wird uns berichtet, bei dem nach Dunkelwerden vor dem Sederabend auf einer Festwiese in einem großen Fackelzug Garben als Omer dargebracht werden. Nachher begann der Sederabend, an welchem eine neue Manischtano gefragt wurde. So lautet z. B. die dritte Frage: Wann wird Palästina wie ein Blumengarten sein? Die Antwort gab ein alter Chawer: natürlich alles in Iwrith. Ein einziger Brief aus Haifa beschreibt den Eindruck, den ein junger Mensch von einem chassidischen Minj an und von der Ansprache eines Rabbiners erhielt. Dieser Brief zeigt uns, wie

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