Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 71 (sequence 73)
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71 tiefgründigen Völkeranalyfen C. G. JUNGs, in manchem wieder an FERENCZI an und ift auch äußerlich der allerdings hart an Polytheismus grenzenden Denkweife GOLDBERGs nahe, der in feiner kürzlich über (beffer gegen) MA1MON1DES verfaßten Schrift unter ausdrücklicher Anerkennung der Einheit des Pentaleuches und der Integrität feines Textes, aber unter unglaublichen Ausfällen gegen die erhabenften Lehren der Propheten fich berufen glaubt, uns zu gröberem Ernftnehmen des Glaubens an Wunder, Prophetie und Erlöfung ermahnen zu müffen. Das find mißbräuchliche und f. v, v. verunglückte Ausflüge Moderner ins Innerfie jüdifchen Schrifttums. Sie können jedoch auch in unferem Kreife nicht ohne teil weife Anhängerfchaft bleiben, weil fie, d. h. die Adepten GOLD- BERGs u a. kräftige, ja herzerfrifdiend eindeutige Worte gegen den Betrieb der biblifchen Textkritik gefunden haben. Wer führt uns durch folche Wirrfale hindurch, wenn nicht eine eigne Kontrolle über das von jenen Forfchern fo irreführend dargeftellte fog. kabbaliftifche Schrifttum? Alfo wird es an Einführungen in diefes auf die Dauer nicht fehlen dürfen. Allerdings wird es fich vorläufig empfehlen, auf die an fich ja höchfi wirkfame bloße Darftellung des innerjüdifchen Weltbildes fich hierbei nicht zu befchränken, fondern, wenigftens in einer Einleitung oder in einem Nachworte, die Konfrontaiion mit fämilichen angrenzenden modernen Syßemen zu vollziehen. Dies mag ja eine Lebensarbeit für fich fein. Doch gerade wenn man fich ihr dauernd und gründlich in befonderen Studien widmet, kann man fich zur Schaffung der zur Aufnahme einer folchen fpezielleren Arbeit nötigen Atmofphäre kaum eine geeignetere Methode denken, als die der Ihnen noch unerprobi l'cheinenden Verfuche innerhalb der neueren orthodoxen Literatur der neu erfcheinenden, aber gar nicht fo neuen Wege. Was nun die Scheu betrifft, als jüngerer und unbedeutender Kenner der offenbaren Lehre in jene Bereiche fich vorzuwagen, fo geheiligt diefe Scheu auch durch Herkommen und die Warnungen unferer erhabenften Weifen fein mag, fo wird man diefe Scheu doch, fobald die tägliche Befchäftigung mit dem heutigen Wiffen zu den angedeuteten Gedankengängen geführt hat. aus dringlichen Gründen ablegen müffen. Hier wird man ebendasfelbe ״Eth laassoth״ gelten machen, das uns fonft zum Befaffen mit Chochmoth chizonioth legitimiert: Wenn wir es nicht tun, dann tun es die Irreführenden, die davor ja nicht gerade fcheuen (Buber, Goldberg u. A., von denen gilt לא ראי זה כראי זה וכוי הצד השוה שדרכן להדק). Endlich kann mich alle Betonung der ״Neuen Wege״ feitens