Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 70 (sequence 72)
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70 aus, daß man alle diele Vorgänge wie von unbewußten, aber zielficheren Beftrebungen überirdifcher Mächte beherrfcht anfehen oder wenigltens lo bezeichnen möchte. Diele Mächte arbeiten nach dieser Aulfallung durchaus wie unter einheitlichem Plane flehend. So fern auch diele ganze, auf urfprünglich pfychoanalytifche Beobachtungen geftützte Theorie zunächfl den Schöpfungsgedanken unferer Überlieferung zu flehen fcheint, fo weift fie doch einen Weg weit über die rein materialiflifche Denkweife früherer Forfcher hinaus. Auch die etwas luftigen Unbewußifeinsideen HARTMANNs und SCHOPENHAUERS, gegen die fchon A. Marcus f. Z. manch treffendes Wort der Widerlegung aus unferer - - kabbaliftifchen Überlieferung zu lagen wußte, find in der FERENCZIfchen Forfchungsweife durch äußerft vorfichiige Beobachtungsergebniffe berichtigt, die fich zur vollen Übereinftimmung mit der in unferer Lehre ausgefprochenen Gedanken am beften dann bringen laffen, wenn man das, was an ihnen richtig und annehmbar ift, aus den Schriften unferer Mekubbalim wenigfiens den Grundzügen nach ihnen an die Seite zu Hellen imflande ift. Einen Weg dazu, alfo eine Anregung, (ich etwa die ftark biologifch und anaiyiifch gefärbt erscheinende Vorrede des Pfeudorabed zum Jezirabuche auf diefe Gefichtspunkte hin durchzuarbeiten, wird man dem gedachten Leferkreis vorläufig doch nur dadurch geben können, daß man ihn zunächfl auf mehr gemütsanfprechende als auf logifch definierende Art in die zu erkundenden Gebiete einführt. Bei diefer Gemütswirkung dann Stetig in voller Übereinftimmung mit dem weiteren Ideengehalte jener Gebiete und mit der Aufnahmefähigkeit des Publikums zu bleiben, diefe Aufgabe foil man fich allerdings nicht leicht denken und kann verschiedener Meinung über die Frage fein, inwieweit fie durch Autoren diefes Gebietes aus treueftem Kreife gelöft worden ift; es will jedoch Scheinen, als fei hierin vorläufig das Menschenmögliche erreicht worden. Ein anderer Wetterwinkel der modernen Erforschung jüdifcher Weltlehre, durch den man fich beffer mit Hilfe als unter Außerachtlaffung von efoterifchen Studien der gedachten Art hindurchfindei, ift die BACHOFENfcbe Mythenlehre und ihre jüdifche Dependence, die GOLDBERG-UNGERfche fog. Metaphyfik des Hebraismus. Diefe ift ferner auch geftützt durch die Ideen EDGAR DACQUEs, der alles Leben als Symbol, nämlich als zeitliche Äußerung ewiger Tendenzen anfieht, die hinter dem individuellen Gefchehen ihre wenig erforfchten, aber dem heutigen Wiffen nicht mehr unzugänglichen Kreife ziehen. Diefe Idee klingt in manchem an die