Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Belongs to
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53 und Zerstörung der eigenen Grundlagen liegt das Heilmittel, sondern gerade in ihrer Erhaltung, Stärkung und ihrem verständigen, denk- und tatkräftigen, sinnentsprechenden Ausbau. Nicht Abkehr von den Lehren Samson Raphael Hirschs tut not, sondern ihre nachdrückliche Beherzigung und zeitgemäße Fort״ ent wicklung. II. Ausbau und Weiterentwicklung sind aber die un־ ab weisbaren Forderungen, die das Erbe S. R. Hirschs an unsere Zeit stellt. Wie die Verwerfung des Thora im Derech Erez-Prinzips und das als untrügliche Panacee angesehene Untertauchen in die geistige Existenzform des Ostens ein endgültiges Verlassen der Hirschschen Linie bedeutet, so ist auch die starre Kons ervierung des Hirschschen Systems in seiner ursprünglichen Er־ scheinungsform eine schwere Versündigung gegen seinen Geist und innersten Sinn. Das Erbe Hirschs — von jeder Generation durch aktive geistige Besitznahme neu zu erwerben — will auch von unserer Zeit in seinem eigentlichen Sinn neu erschlossen und gedeutet werden. Das Thora im Derech Erez-Prinzip, das Schlüsselprinzip der Hirschschen Weltanschauung, ersteht uns heute in einer anderen und tieferen Bedeutung. Jene populär־ bürgerliche Auffassung von Thora im Derech Erez als einer angenehmen Vielseitigkeit, als einer feineren Paraphrase der praktisch-lebensklugen Devise: ״Für Gott und für Leut“ genügt uns heute nicht mehr, weil sie in ihrer Oberflächlichkeit den in einer höheren geistigen Sphäre entstehenden Verwicklungen nicht gewachsen ist. Nach einem halben Jahrhundert gereifter Er־ fahrung und opferreicher Lehrjahre glauben wir heute das wahre Wesen dieser prophetischen Devise zu erkennen. Die landläufige Uebersetzung von Thora im Derech Erez heißt: Synthese zwisehen Judentum und Menschheitskultur. Aber was Hirsch wollte, war nicht ״Synthese“. Sein Ideal, der Mensch-Jissroel, war nicht das Produkt einer noch so innigen Verkopplung oder selbst Ver־ Schmelzung zweier verschiedener Welten, sondern das war ge־ dacht als eine vordifferenzielle, in keiner Entwicklungs־ phase auseinanderlegbare Einheit, ein Baum, aus einer Wurzel wachsend und seine Zweige nach vielen Seiten hin entfaltend, der Typus eines jüdischen Menschen ohne Naht und Bruchstelle, der jenseits alles Dualismus als Jude die Welt aufnimmt und gestaltet und sein Judentum aus der ganzen Fülle des mensch-