Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Belongs to
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15 Einseitigkeit aus dem Gedankenbereiche der heutigen und künftigen Menschheit zu streichen sich bemühen. Auch solche auf dem Wege der Menschheit zur Gesamthuldigung des Einen-Einzigen vorübergehende Gedankenkürze haben die Männer der jüdischen Wahrheit längst erschaut, haben längst (Jesaias 66, 17) eine Welt- und Lebensanschauung gezeichnet, die bei der von dem Einen-Einzigen zwischen sich und dem denkenden Geiste als Weg zu sich ״in die Mitte gestellten Natureinheit“ als Ideal stehen bleiben, die ״der Einen“ huldigen und dem Einen die Huldigung versagen, die (Jeremias 10, 8) ״bei der Einen in Un- Vernunft und Beschränktheit“ verharren. Das Judentum, das ja Jahrtausende herab des Verschwindens des noch klüftenderen Gegensatzes einer polytheistischen Weltanschauung ruhigen Auges hat warten können, es wartet noch ruhigeren Auges des Nahens der Zeit, in welcher der denkende Geist den noch kleineren Schritt von der Welteinheit zu dem Einen getan haben wird, von dem die Einheit der Welt. Wenn erst der Reichtum des Materials mehr bewältigt und wieder Raum gewährt sein wird, daß die Denker aus der durch die Teilung der wissenschaftlichen Arbeit gegebenen Zersplitterung des Gedankens sich wieder zur Umfassung eines Ganzen werden sammeln können und der Gefahr entgehen, aus der Erforschung eines Bruchteils von einem Bruchstück des Weltganzen das Weltganze konstruieren zu wollen; wenn namentlich die Forscher der durch Lupe und Messer, durch Retorte und Waage nicht zu erreichenden und doch in nicht minderer tatsächlichen, aus jedes Menschen eigenem Innern zu schöpfenden Gewißheit gegebenen Welt des Geistes und der sittlichen Freiheit sich hingeben werden: dann wird die alte ewige Tatsache, mit welcher das Bewußtsein jeder Kindespsyche ins Hiersein tritt, auf welche nach unserer Psalmenweisheit der Eine- Einzige die Zukunft seines Reichs gebaut, wieder in ihr altes Recht ein treten, und wenn die Vergangenheit ahnend zu dem Einen-Einzigen auf geblickt, wird dann das offene, wissende Menschenauge mit noch tieferer Innigkeit zu Ihm auf schauen, dessen Wesen und Welt schaffende Gedanken und Gesetze sich immer mehr und mehr dem nachdenkenden Menschengeiste erschließen, und wie einst jener britische Altmeister der Naturerkenntnis wird die fortgeschrittene Wissenschaft nie den Namen ״Gott“‘ denken, ohne, — damit nur sich selber ehrend, — das Haupt zu entblößen. Inzwischen bleibt das Judentum ruhig des Wortes seines