Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Belongs to
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auf eine Grundform, die ganze Mannigfaltigkeit der Kräfte auf eine Kraft, die ganze Mannigfaltigkeit der Gesetze auf ein Gesetz zurückzuführen, wenn — man verzeihe dem Zuschauen־ den diese Aeußerung — von einigen wenigen überraschenden Erfolgen berauscht, diese vielleicht nie sich verwirklichende Mög־ lichkeit bereits als Gewißheit verkündet und als feste Basis einer sich ohnehin überstürzenden Folgerung verwertet wird: ist da das Judentum nicht vielmehr berechtigt, schon die bloße Mög־ lichkeit einer solchen wissenschaftlichen Ahnung, die bloße Tat־ sache, daß doch immerhin, je mehr die Naturforschung fortschreitet, je mehr das zu bewältigende Material zu einer immer weiter auseinandergehenden Teilung der wissenschaftlichen Arbeit nötigt, gleichwohl eine Einheit ahnen lassende Aehnlichkeit der Ergebnisse sich auf drängt, also, daß der Astronom auf der Warte und der Mineralog in dem Schacht, der Physiolog mit der Lupe, der Anatom mit dem Messer, der Chemiker mit der Retorte, daß sie alle des Bewußtseins sich nicht erwehren können: ein Werk in Himmel und Erde studieren sie alle, einem Stoff und Kraft, Gesetz und Form bildenden Gedanken sind sie alle auf der Spur, einer harmonischen Einheit werden sie alle inmitten der unendlichen Weltmannigfaltigkeit inne — ist das Judentum nicht berechtigt, in diesem, aus den wenigen Weltlauten, die der forschende Menschengeist bereits aus dem Weltenbuche zusammengefügt, das Menschheitsbewußtsein zum Ausspruch drängenden Welteinheitsgedanken, nichts als den endlieh andämmernden Triumph seiner eigenen Wahrheit, eben jener Wahrheit zu feiern, mit welcher es bereits vor Jahrtau־ senden in die harmonielose Götter-Kraft-Vielheit mit seiner Lehre von dem Einen Einzigen im Himmel und auf Erden und seinem allen Welterscheinungen zu Grunde liegenden alleinigen Gesetze eingetreten ist und um dieser seiner Gotteinheit willen das weltgeschichtliche Martyrium sondergleichen erduldet hat? Freilich bleiben Meister der heutigen Naturwissenschaft zumeist noch bei der Natureinheit stehen, ohne sich zu dem Einen, dem Schöpfer und Setzer dieser Einheit zu erheben, ja, ohne nur zu ahnen, wie sie eben mit jedem Entdeckungsfortschritt auf dem Wege der Natureinheit selber wider Willen nur Staffel zu Staffel zu dem Weltenthrone des Einen-Einzigen fügen, dem einst, nach der Zuversicht des Judentums, die Gesamtmensch־ heit huldigen wird und dessen Huldigung sie in beschränkter