Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Belongs to
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15 wird, sind von demselben den Menschen 1m Zusammenhänge mit der Natur begreifenden Geiste durchweht. Der Sabhath, dieses uralte Menschheitssymbol der Schöpfung, welches der Jude durch Einstellung jedes die Erdwelt zu Menschenzwecken beherrschenden Werkschaffens begeht und damit jeden siebten Tag sich und seine Welt und seine diese Welt beherrschende Menschenkraft Gott als dem Schöpfer und wirklichen Herrn aufs neue huldigend zu Füßen legt, — der Neumond, der mit der regelmäßiger! Wiederkehr des neuen Lichtes ihm den Gedanken an Den aufs neue belebt, dessen Schöpferwort noch in den Gesetzen waltet, mit denen Er den Himmelskörpern die Bahnen gewesen, in welchen sie mit unwandelbarer Treue in ewiger Heiterkeit ihren Kreislauf gehen und ihn zugleich auffordert, im Anblick des neuen wachsenden Lichtes diesem gleich seine eigene Verjüngung und seine eigene fortschreitende Erleuchtung zu einem treuen, heiteren, gottverherrlichenden Wandel auf Erden. zu geloben, — die Feste der Erlösung, der Gesetzgebung und der Erhaltung in der Wüste, (das Passah-, Wochen- und Hüttenfest), die alle drei zugleich die Feste des Frühlings, der Sommerreife und der Ernte sind und ihre geschichtliche Bedeutung in tief innerlichem Zusammenhänge mit ihren jahreszeitlichen Beziehungen begreifen und damit ganz eigentlich die Einheit Glottes in der Natur und der Geschichte zum Bewußtsein bringen: — alles dies ist sehr wohl geeignet, die Jugend zu einem denkenden Wandel auf Erden und damit die geistigen und sittlichen Zwecke der Jugendbildung mächtig zu fördern. Und das Judentum ist nicht der Meinung, mit diesem allen seine Kinder nur das zu lehren, was sie als Männer nicht rasch genug der Vergessenheit zu übergeben haben werden, vor allem nicht das zu lehren, was vor dem Ernst der Wissenschaft als überwundener Standpunkt zurückzutreten hätte. Das Judentum scheut nicht den Fortschritt der Wissenschaft, es freut sich seiner und rechnet auf ihn. Nur weiß es sehr wohl zu unterscheiden zwischen Tatsache und Hypothese, zwischen richtiger Prämisse und sehr oft an einseitiger Halbheit leidender Folgerung, zwischen dem bescheidenen Ernst wahrhaft in den Schachten der Erkenntnis arbeitender Männer und dem oft gedankenlosen Jubel an deren Resultaten sich berauschender Jünger. Wenn die heutige Naturwissenschaft — dieser gerechte Stolz des Jahrhunderts — als Höheziel aller Naturerforschung die Möglichkeit ahnt, die ganze Mannigfaltigkeit der Formen