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Nahalat tsevi · 1936-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1936) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
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ßen; (Jedanken, Empfindungen und Genüsse, für welche das jüdische Kind, von früh an empfänglich gemacht wird. Alle Institutionen, in welche das Judentum es einführt, lassen es in stetem Zusammenhänge mit der Natur bleiben und in diesem Zusammenhänge seine eigene Bestimmung begreifen lernen. Das frühe Morgenrot wie die hereinbrechende Nacht lassen es Dem sich weihen, der den Lichtstrahl sendet und die Abende dämmert, dessen uraltes: es werde Licht! noch jeden jungen Tag als neuen Schöpfungsmorgen heraufführt und nach dessen Schöpferwillen noch jeder Stern in der angewiesenen Bahn die Wache der Nacht antritt. Wenn es blitzt, wenn es don־ nert, wenn Meteore leuchten, wenn es die Granit־ und Basalt־ Riesen schneegekrönter Berge, wenn es das wogende Weltmeer oder die erste Fruchtblüte des Frühsommers erblickt, oder den Duft der Blumen atmet, eine Frucht, einen Trunk Wasser, ein Stückchen Brot genießt, wo und wann immer die Natur in ihren Erscheinungen an es herantritt oder es sich einer Spende der Natur erfreut, immer wird sein Sinn gefesselt, sein Denken ge־ weckt und zu Dem hingeleitet, dessen Wirken und Walten ihm noch in jeder stillen und lauten Größe der Natur gegenwärtig wird und es mit dem einzigen Worte, das die Väter seines Volkes in den Mund des Juden gelegt und das nie von den Lippen des Juden weicht, mit dem Worte: ״Barüch“ immer wieder und wieder das Pflichtgelöbnis seiner Lebensbestimmung erneuen lehrt. Wie der erste Jude mit der Weisung: ״heje berachäh“, ״werde Segen!“ in die Welt hinausgesandt ward, im Gegen־ satz zu den selbstsüchtig nur Segen suchenden Andern, gehe du ganz in den Beruf auf: Segen zu werden, Heil und Glück deiner kleinen oder großen Umgebung zu mehren und deines Ortes das Werk Gottes mit jedem Atemzug deines Daseins und jeder Wirkung deiner Kraft zu fördern: so lernt noch heute mit dem, Gott im Anblick der Natur zugewandten ״Barüeh“ jedes Abrahamskind die Lebenserbschaft seines großen Ahns antreten, in seinem kleinen und kleinsten Kreise nichts anderes zu wollen, als Segen zu werden, Heil und Freude jedem Wesen neben sich zu spenden und, wie still und unerkannt auch immer, ein treues Pflichtleben Dem zu leben, dem schon Abraham im Anblick des Himmels und der Erde als dem ״Eigner des Hirn־ mels und der Erde“ sich geweiht. Alle Feste, welche die jüdische Jugend mitzufeiern angeleitet

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