Mannheim
Compact Memory

Nahalat tsevi · 1936-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1936) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2551369-2551418-2551420--2422-2553947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11 das Gepräge der Wahrheit und des Rechts und eines harmonisehen Einklangs tragen, mit welchem der Mensch in freiem, freudigem Pflichtgehorsam sich dem Gott gehorchenden Weltganzen einfügt. (Ps. 19, 8f.V Ein solches aus der Offenbarung Gottes in der Natur und dem Gesetze vereint sich erzeugendes Hochgefühl spricht sich in den Worten aus: Im Himmel hat Gott seinen Thron gegründet, aber seine Herrschaft waltet in allem und über alles. Segnet Gott (— fördert sein Werk —) Ihr, seine Boten, kraftgerüstete Vollbringe!• seines Wortes, in reinem Gehorsam gegen sein Wort -— segnet Ihn, seine Heere alle, Diener Ihm, Vollbringer seines Willens, — segnet Ihn, seine Geschöpfe alle, an allen Stätten seines Reiches — segne auch Du, meine Seele, Gott! — (Ps. 108, 19 f.). Es sind dies nur wenige Laute aus den zahlreichen Naturanschauungen, welche die Blätter des jüdischen Gottesbuches fast auf jeder Seite uns bieten, die Bücher der Psalmen und Hiobs sind voll davon, und Salomos Gnomen ist die von den Menschen zu suchende Weisheit nichts als die für die Gestaltung eines Menschenlebens verjüngte Gottesweisheit in der Natur. Ja, die ganze Sprache des Buchs der Bücher hat sich unter lebendiger Naturanschauung gebildet. Es wird aber schon dieses Wenige, das wir von der Blättern dieser Schriften abgelesen, genügen, um zu zeigen, wie sehr das Judentum die von ihm zu bildenden Jünger in den Kreis denkender Naturbetrachtung hinaus ruft. Freilich stehen diese Naturerkenntnis suchenden Gedanken nicht im Dienste industrieller Menschengröße. Bereicherung und sinnliche Behaglichkeit ist nicht der Preis, mit dem sie zur Naturerkenntnis laden. Es sind auch nicht poetische Ergüsse, mit welchen ein vom sogenannten Weltschmerz verwundetes Gemüt an den Brüsten einer zu ewig neuer Blüte sich verjüngenden Natur Trost und Vergessenheit für ein in Jammer und Elend verkommendes Menschenleben sucht. Im Dienste einer vom reinen Gott- und Menschenbewußtsein getragenen sittlichen Erhebung stehen diese Naturbetrachtungen und lassen im Anblick einer Gott verkündenden und Gott huldigenden Welt den Mensehen seiner eigenen Stellung und der Hoheit seines eigenen Berufes in dieser Gotteswelt froh bewußt werden und die noch größere Seligkeit eines in heiterer Pflichttat sich vollendenden, aus eigenem innerem Born ein nimmer welkendes geistiges und sittliches Fortblühen schöpfenden Lebens empfinden und genie-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.